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DAS   THOMASEVANGELIUM

ZENTRALFAKTUM

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WORT  ZUM  ZENTRALFAKTUM

 

 

Je mehr man sich mit seinem ganzen Wissen und all seiner Inspiration in die überlieferten Verkündigungen Jesu hineinversetzt, desto mehr erschließen sie sich einem auch. Die von Thomas in Spruch 001 "geheim" genannten Worte Jesu können nicht etwa als esoterisch oder gar okkult verstanden werden. Denn geheim sind sie ja bei ihrer Publiziertheit nur im Sinne von geheimnisvoll. Jesus konnte - wie schon im Index-Vorwort angesprochen - aus taktischen und strategischen Gründen alles nur andeuten und nicht weiter ausführen ( z.B. "Menschensohn" Joh 12,34). Hinzu kommt noch, dass die Leute des damaligen mystischen Zeitalters für fast alle Lebensbereiche ihre Symbole hatten, welche sie zu ihrer Kommunikation einsetzten (z.B. Jesus: "lebendiges Wasser" Joh 4,11). Dies kann eben das Verständnis der von den Evangelisten überlieferten Texte und Sinnzusammenhänge noch zusätzlich erschweren.

Bekanntlich waren es ja die nach Aufklärung suchenden Griechen mit ihren wissenschaftlichen Bestrebungen, die die Wende zum nüchtern-sachlichen Denken und Handeln einleiteten. Doch erst mit dem zuletzt vergangenen 20.Jahrhundert und seiner enormen wissenschaftlich-technischen Revolution hat sich die seinerzeit begonnene Entwicklung hin zu immer mehr Rationalität, global durchgesetzt.

Muss dies nun die Ächtung für die Symbolsprache der Antike bzw. Bibel bedeuten? Keineswegs, wie mit dieser Webseite bewiesen wird. Denn hier verfügt man ja über die Mittel und Möglichkeiten die Überlieferungen in das klartextliche Schlaglicht zu rücken, sowie dabei alle offenbaren Widersprüche aufzulösen. Sie gehen neben der oftmals missverständlichen Symbolik auch darauf zurück, dass ja bei Jesu Ansprachen nicht mitprotokolliert worden war. Hinzu kam noch das Nichtwissen von den Daseinsgrundlagen (Mk 4,11), so dass insgesamt allen möglichen verzerrenden Auslegungen und Verstehensweisen Tor und Tür geöffnet war. Da ist es kein Wunder, dass schon während der Apostelzeit die unterschiedlichsten christlichen Auffassungen und Glaubensrichtungen (Gnostik, so genannte Irrlehren, usw.) kursierten.

Doch was ist dann die unbeugbare Wahrheit (Joh 18,38), für die es naturgemäß keine Auslegungsmöglichkeit geben kann? Wie man ja weiß, ist die Wahrheit unteilbar. Denn entweder ist etwas genau so, oder aber eben anders. Die absolut richtige Antwort hatte uns einstmals Jesus gegeben, indem er die Wahrheit mit der Allmacht deckungsgleich sah (Joh 17,17). Deutlicher gesagt: Wo die Allmacht ist, da ist die Wirklichkeit, und wer oder was die Wirklichkeit durch sein Wort bestimmt, der oder das ist notwendigerweise die Wahrheit.

Wenn nun über alle Verkündigung Jesu Christi dieser vielschichtige Schleier aus Symbolik, Auslassungen (Joh 21,25), Überlieferungsfehlern und Widersprüchlichkeiten liegt, so kann auch keine christliche Konfession oder Sekte die Wahrheit besitzen. Vielmehr wird wohl jede einen mehr oder weniger großen Zipfel von ihr in ihren Händen halten, auf den sie ihr damit schiefes Weltbild gründet. Dieser Problematik waren sich bereits schon in der Vergangenheit einige Experten sehr bewusst gewesen, was dann zum Beweggrund für die Versuche einer "Entmythologisierung" der Texte wurde, und eine überkonfessionelle Verständigung (= Ökumene) ins Leben rief. Weil jedoch hierbei bis zum heutigen Tage mangels besserer Erkenntnisse keine gemeinsame Wahrheit gefunden und beschlossen werden konnte, waren diese Bestrebungen immer wieder zum Scheitern verurteilt.

Auch der Autor dieser Edition hatte bei sich selbst die identische Bestrebung, nur dass er über seine Selbst-Stationen sowie einer jahrzehntelangen rationalen Verarbeitung, dann von ca. 1993 - 2000 die Grundlagen von Dasein und Welt formulieren konnte. Damit verfügt er über die allen anderen fehlenden Voraussetzungen, um nun hier eben das auszuführen, wozu sich bisher noch niemand in der Lage sah.

Ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen, wird nachstehend in einer konzentrierten Darstellung das urchristliche Zentralfaktum für jedermann verständlich ausgebreitet. Erkennt man dann hier diesen in Jesu Verkündigung sich befindlichen Schlüssel zur überkonfessionellen Glaubensgrundlage, so steht man zum einen sowohl an der Spitze aller Ökumene, als auch zugleich zum anderen am Beginn seines Pfades zur seelischen Umwandlung hin zum Leben bei Gott. Der erforderliche Umbau (aus der toten Finsternis zum lebendigen Licht / Joh 8,12) mündet letztlich in das Selbst, als das Ewigkeitsreich des Herrn (Mt 5,48) und Zentrum allen Seins.

Man denkt, dass wenn man fromm in der Bibel liest, Jesus als seinen Herrn akzeptiert, sowie regelmäßig die kirchlichen "Gottesdienste" besucht, von Gott dem Herrn erkannt und anerkannt zu werden. Doch weit gefehlt! (Mt 7,21) Jesus sieht grundsätzlich alle gesellschaftlichen Normen und personalen Oberflächlichkeiten als Teil der ihm feindlich gesonnen gegenüberstehenden Welt an. Außerdem nimmt er dabei grundsätzlich die Kirche als etablierte gesellschaftliche Institution und ihre Diener nicht von aus (Tho 039  > 102).

Man hat sich von der bewusst und unbewusst bis in die eigene Mitte hineinragenden Welt loszusagen, und alle sich daraus ergebenden Konsequenzen auf sich zu nehmen (= Kreuz / Mt 10,38 Tho 027), um nach diesem allzeit gültigen Kriterium des Herrn erst dann und damit Farbe bekannt zu haben. Es sind aufgrund dessen zumeist die gesellschaftlichen Ausbrecher, Nonkonformisten und Querulanten - so wie einst Jesus selbst -, die mit ihrem Kreuz bei ihm Aufnahme finden können (Joh 15,18  > 17,9). Für alles andere gibt es hinsichtlich der eindeutigen Worte Jesu so gut wie keine Möglichkeit.

Die Zeit verlangt nach dem Schwert gegen sich selbst (Mt 10,34 Tho 010  >  016  >  082), bzw. gegen alle Gott gegenstehenden eigenen Welteinbindungen, für den damit zu verdienenden Friedenshimmel!

Ist man also guten Willens den über- oder auch superkonfessionellen Lebensweg der streitbaren Weltlossagung zu beschreiten, dann können einem alle nur vernebelnden und verführenden Erklärungen der irrenden, und daher nur zur Verhinderung und Zeitverschwendung in der Lage seienden Kirchen und Sekten nichts mehr anhaben (Mt 23,13  > ,14  > ,15  > ,23  >  ,25  >  ,27  >  ,29) . Den Wegweiser hat Jesus einst mit dem nachstehend zitierten "Bitten, Suchen und Anklopfen" für all diejenigen aufgestellt, welche bereit sind, die ewige Wahrheit  in Tatsächlichkeit zum Preis zeitlicher Weltisolation über sich selbst zu stellen (Tho 075  /  1Kor 7,29).

 
 
 

DAS ZENTRALFAKTUM  IN JESU BOTSCHAFT

 

Bitten, damit einem gegeben wird!    Mt 7,7   >  7,8   /  Lk 11,9   /  Tho 041

                 Suchen, damit man finden kann!   Mt 10,39   > 16,25   /  Tho 002  >  059  > 092

         Anklopfen, damit einem aufgetan wird!   Joh 10,9   /  Tho 075  >  094

 

 
 
 

 

Wen soll man bitten?

Bestimmt nicht den Nachbarn. Auch nicht die Kirchen mit ihren Pharisäern oder sonst jemanden!

Warum?

Weil das, worum es hier geht, von keinem Menschen oder irgend einer Institution zu bekommen ist! Man hat sich also völlig auf sich allein gestellt mit seiner Bitte an sich selbst zu wenden. Und erst wenn man sich in fester Absicht auf den Weg macht ohne zurückzublicken, hilft einem der Herr für das weitere Fortkommen in seinem Sinne.

Weshalb erst dann?

Man muss zunächst durch sich selbst das eigene geistseelische Zentrum aktiviert haben, um dadurch sozusagen beim Herrn eine Registrierung auszulösen. Bildlich gesprochen, hat man sich quasi wie in der Schule zu melden, um bei einer Vielzahl von Schülern vom Lehrer entdeckt und aufgerufen zu werden.

Meint man es also in seinem Innersten tatsächlich ernst, so dass man es auch unter Beweis stellen kann und tut, dann ist registrierungsgemäß die sämtliche Hindernisse überwindende Hilfe des Selbst schon unterwegs. Dafür garantiert der im Urgrund allen Daseins thronende Herr!

Doch ist die eintreffende Hilfe im gottgemäßen Zeitübergriff überdimensional groß angelegt, und trifft deswegen die den kompletten Lebenslauf vergegenständlichende Seele (Mk 8,35). Dies hat nun zur Folge, dass einem mit dem hierdurch angegangenen Seelenumbau allem Anschein nach unmittelbar nicht geholfen wird. Denn diese Lebens- und Schicksalsumlenkungen verlaufen in einem bewusstseinsausblendenden Zeitübergriff als deswegen schleichender sowie spiralförmiger Wandlungsprozess, wo es für die zunächst noch nicht definiert sein könnende Vollendung ständige Löschungen für notwendige Verbesserungen gibt. Von alledem bekommt man aber wegen seines immer nur punktuellen Bewusstseins so gut wie nichts mit. Auf diese Weise kann man dann sehr leicht ein biblisches Alter von 1- oder 2-Tausend Jahren oder noch viel mehr erreichen. Freilich immer nur im Rahmen seiner objektiven Lebensspanne von vielleicht 10 oder 100 Jahren.

Wer den US-Film kennt: "Und täglich grüßt das Murmeltier", kann sich eine recht klare Vorstellung von dem machen, was hier gemeint ist. Nur dass hier nicht ein Tag im Leben, sondern eben die komplette Lebenszeit in einer Art wandelnder Zeitschleife zur Disposition steht. Und dass man auch anders als der betroffene Phil - von außersinnlicher Wahrnehmung (ASW) einmal abgesehen - von  allem so gut wie nichts mitbekommt.

Wie kann das alles sein?

Zeitlich begrenztes Leben ist naturgemäß als bloßer Wandlungsprozess (z.B. Baby, Kind, Erwachsener, Greis = Seele ) grundsätzlich kein in sich starres Gebilde, sondern eine Art formbare Knetmasse. So kann man von der vergehenden Zeit entweder passiv in ihren Sog gezogen werden, zu ihrem machtlosen Todesopfer. Oder aber man kann aktiv Einfluss auf sie nehmen, quasi zu ihrem lebendigen Herrn; insofern man mit dem Erreichen der alles eröffnenden  Überzeitlichkeit sozusagen an den Schalthebel gelangt, und ihn dann auch gebraucht (Tho 048  > 106 > Mt 17,20 > Lk 17,6). "Dem Berg - bzw. der Vereinheitlichung - befehlen anderswohin zu gehen", ist Jesu viel gebrauchte Formel für die Allmacht Gottes. Oder auch, dass demjenigen nichts unmöglich sei.

Um was soll man bitten?

Man soll ausschließlich um die Selbstmitteilung des Herrn bitten ( = dein Reich komme / Mt 6,10 - denn der Rest des Vaterunsers ist für die Pharisäer und Kleriker, gemäß Tho 102, 039).

Warum?

Weil mit seiner Erscheinung in einem bzw. bei einem selbst - zu einer entsprechend personalen Veränderung - als die vollkommen neue und erhöhende Selbst-Erfahrung zur Gekommenheit des Reiches, eine unauslöschliche Verbindung zum lebendigen Selbst des Alls hergestellt wird. Sie ist der Grundstein, der einem von da ab an der Person Jesu, und damit auch an dessen ewigem Leben teilhaben lässt.

Doch kann dieses individuelle und kosmische, alles entscheidende Ereignis - des Übertritts vom Todesopfer zum Lebensgeretteten - zeitvergänglichkeitsgemäß stets nur eine Sache von wenigen Stunden sein, bis die zeit- und weltgemäße Normalisierung wieder greift. Sie wird vom natürlichen Schlaf besorgt, der einen sozusagen wieder auf den Boden der "Realität" zurückholt.

Wo und wie soll man suchen?

Sicherlich nicht in der Natur, bei den Menschen oder ihren Einrichtungen, sondern bei sich selbst in sich selbst durch eine beständige innerliche wie auch äußerliche Befassung mit allem, was einen dem universalen Selbst und seiner existenzialen Wahrheit näher bringt, zur verarbeitenden Aufnahme in sich (Joh 8,47).

Warum?

Weil das, was gesucht und gefunden werden soll, außer im nullpunktuellen Urgrund allen Daseins sonst nur noch in der geistseelischen Mitte bzw. im Herzen eines jeden Menschen antreffbar ist. Indem man sich nach außen hin unablässig und natürlich auch kritisch um diese existenziale Wahrheit bemüht, findet das nach innen hin sein sich fortwährend aufschaukelnd verstärkendes Echo. Damit wiederum kommt man dem zentrale Wahrheit seienden und zeitlos urgründigen All-Licht geistseelisch immer näher. Denn die Wahrheit allen Daseins findet man in dieser mit allen Irrtümern behafteten Zeitwelt nur unter Einsatz des ganzen aufbietbaren Verstandes und Herzens. Wer dabei zu einer schonungslosen Kritik und Selbstkritik  (Jes 57,15) nicht fähig ist, der braucht mit der Suche erst gar nicht anzufangen. Denn ohne eine gewisse selbstopfernde Radikalität geht beim Herrn nichts (Lk 9,62).

Wo soll man anklopfen?

Hat man sich bei sich selbst diesem göttlichen Wahrheitslicht geistseelisch genügend angenähert, kommt es aus dem eigenen Inneren heraus gesteuert zu einem psychodramatischen Akt der vollständigen Selbstloslassung zur personalen Erschütterung (Tho 002). Damit ist man einerseits einen realen psychischen Tod gestorben, als auch zugleich andererseits selbstentleert in seinem zentralen Grund angekommen, der an den Urgrund allen Daseins angrenzt. Dort kann man sich - als Anklopfung - in absoluter Aufrichtigkeit (= in Geist und Wahrheit / Joh 4,23) Gott zuwenden, und solchermaßen grenzüberschreitend mit Licht füllen (Tho 061).

Wie soll man für den Grenzübertritt anklopfen?

Indem man Gott in direkter mündlicher Anrede zum Beispiel für sein eigenes Dasein dankt, oder aber die Güte seiner Weltschöpfung lobt.

Was tut sich auf, was findet man?

Dann hebt sich sozusagen der Schlagbaum hoch zum fassungslos machenden All, indem ab diesem Moment für wenige Stunden das neu eröffnete Innen vom Außen gespiegelt wird. Dabei ist die Spiegelungsdauer abhängig von der Wiederfindung der Fassung, was vergänglichkeitsgemäß eben nach ein paar Stunden - gewissermaßen als Aufgabe der Macht (Tho 081) - über das physiologische Schlafbedürfnis von selbst eintreten wird.

Man erfährt mit dem als geistseelische Lichtfüllung stattfindenden Eingehen des Heiligen Geistes (= Sohn und Vater, Joh 14,23) in sich einen dimensionalen Zugewinn (= Einverleibung / Joh 6,53, = Fusion). Subjektiv wird sie als königlich-herrschaftliche Aufrichtung zur heiligenden Seligkeit erlebt, und mit der Vertauschung von Innen sowie Außen auch objektiv vom All widergespiegelt (= Allspiegelung). Durch diese neue von Gott kommende Identität (Offb 2,17) hat man sich und das Leben selbst gefunden (= Neugeburt aus dem Wasser und Geist / Joh 3,5, = neues Bild / Tho 022,  = Selbst-Findung), zur bleibenden Teilnahme am Selbst des Alls, auch über den systemisch nach wie vor unvermeidlichen Tod hinaus.

Doch wird ab da der Tod vom Bewusstsein des Neugeborenen bzw. Selbst-Gefundenen nicht mehr registriert (Tho 111). Er nimmt ja nun grundsätzlich an der All-Person bzw. dessen Lebendigkeit teil, sodass es für den je individuellen Übergang aus der Zeit in die Ewigkeit keine Unterbrechung des Bewusstseins gibt. Mit der Selbst-Gefundenheit installiert sich eine direkte bzw. unterbrechungslose Schicksals- und Lebenslinie zum je eigenen Zeitende für den Übertritt in die Ewigkeitswelt des Herrn. Dann ist es effektiv so, als hätte es für einen niemals einen zeitbedingten Tod gegeben (Lk 6,40).

Im Ergebnis ist man mit der solchermaßen vonstatten gegangenen Auffindung Jesu Christi in sich selbst, durch die persongewordene Auferstehung gegangen. Ganz genauso wie er es einst wortwörtlich bei Johannes von sich selbst sagte:

Joh 14,6

Jesus: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich.

Joh 11,25

Jesus: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.

Joh 5,24

Wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

Joh 8,12

Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.

Joh 9,5

Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.

Seit dem damaligen Pfingstereignis ist Jesus wieder in der Welt, und zwar nun als Weltgeist und Weltseele (Joh 15,26) komplett über Zeit und All ausgebreitet, wie er es schon bei Thomas im darauf abzielenden Vorgriff von sich sagte (Tho 032  > 077). Denn die Reden und Taten eines in der Zeit lebenden körperlichen Menschen kann man - und muss man sehr wahrscheinlich auch - bei anzunehmender Magie anzweifeln (Joh 12,34).

Doch wer am eigenen Leib bzw. an Geist und Seele die Wirklichkeit des Herrn zu erfahren bekommt, ist für alle Zeit von jeglichen Zweifeln befreit (Joh 8,32  weniger Jesu Sanktion an Saulus zum erst dadurch gewandelten Paulus). Die Einsicht in solche Notwendigkeit hatte sich Jesus im Verlauf seines öffentlichen Wirkens bei der offensichtlichen Beschränktheit seines Publikums immer mehr aufgedrängt. In diesem Zusammenhang war seine daraufhin angestrebte Selbstopferung am Kreuz allein den Seinen - im Sinne aller aufnahmefähigen Köpfe und Herzen aller Zeiten und Räume - gewidmet (Joh 17,9  > 15,26).

 
 
 

FAZIT

 

 

Bis zum heutigen Tage haben alle Konfessionen in ihrer pharisäischen Verblendung und Sturheit nichts von Jesu tatsächlicher Botschaft begriffen, und das Wesentliche daran auch noch verfälscht!

So haben sie den Thomastext schon zur Apostelzeit und noch vor den Gemeindenentstehungen vielerorts als zu ächtende Gnosis abserviert. Obwohl Jesus - bei den kirchlich anerkannten Evangelien nachzulesen - mehrfach klarstellte, dass der Glaube an die Auferstehung der Toten ein verhängnisvoller Fehler und Irrtum sei, wurde der dennoch über die Apostel und deren Nachfolgeorganisationen unentwegt bis dato weiterverbreitet, samt allen sich davon ableitenden Falschlehren. So bleibt es dem Verfasser als einzigem vorbehalten, hier jegliche Kirchen und Sekten nochmals auf ihren zentralen Glaubensirrtum hinzuweisen, welcher auch ihre sonstigen Lehren und Liturgien zu entsorgbarem Müll ausweist.

Gemäß Jesu Worten gibt es eine Auferstehung von den Toten schlichtweg nicht, was mit den folgenden Versen unübersehbar - so oder ähnlich - auch in ihren eigenen Bibeln steht.

Mt 22,31

Jesus: Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der da spricht:

Mt 22,32

«Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.

Mk 12,27

Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Darum irret ihr sehr.

Lk  20,38

Er ist aber nicht Gott der Toten, sondern der Lebendigen; denn ihm leben alle.

Mt   8,22

Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!

Lk   9,60

Jesus aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber gehe hin und verkündige das Reich Gottes!

Joh 12,31

Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt! Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden;

Wenn man nun diese Verse zusammenfasst, dann richtet der Herr Lebende und keine Toten. Nach Adam Riese muss folglich die vollständige Schöpfung das Weltgericht sein. Denn man lebt ja nur in dieser Zeitwelt, und ist ansonsten entweder noch nicht geboren oder aber schon gestorben.

Indem Jesus diejenigen Menschen allesamt als in Finsternis seiend und tot bezeichnet, welche noch keinen lichten Anteil an ihm besitzen, wird ganz klar, dass die von ihm gemeinte Auferstehung von den Toten, die in der Zeit Lebenden betrifft, und nicht etwa die aus der Zeit ausgeschieden Gestorbenen. Das individuelle Zeitende ist und bleibt von daher der Schlussstrich unter das gelebte Leben. Es sei denn, der Herr nimmt in Gebrauch seiner Allmacht für einen ganz bestimmten Zweck als Ausnahme einen direkten Eingriff vor (Joh 5,21). So geschehen bei Jesu Gestorbenenerweckungen, und auch seiner eigenen Erweckung zum ultimativen Glaubensgrund an den überzeitlichen Vater.

Die Hölle als Ergebnis falsch gelebten Lebens vor Gott, kann es dann verkündungsgemäß nur für alle diejenigen geben, denen zu ihren Lebzeiten salopp gesagt ein Feuer unterm Hintern zu bereiten ist, um sie die Kostbarkeit ihrer vergänglichen Zeit für eine notwendige Hinwendung zum Herrn begreifen zu lassen (Joh 5,24).

Wie nun die Apostel - allen voran Paulus - die Dinge nicht auf die Reihe brachten, und an eben der von Jesus als falsch deklarierten jüdisch-klerikalen Todes- und Auferstehungsauffassung festhielten, ergibt sich sehr klar aus dem Folgenden.

Apg 10,42

Und er hat uns geboten, dem Volke zu verkündigen und zu auch bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebendigen und der Toten sei.

Apg 23,6

Weil aber Paulus genau wusste, dass der eine Teil aus Sadduzäern, und der andere aus Pharisäern bestand, rief er in die Ratsversammlung hinein: Ihr Männer und Brüder, ich bin ein Pharisäer und eines Pharisäers Sohn; wegen der Hoffnung und der Auferstehung der Toten werde ich gerichtet!

Apg 24,15

und ich habe die Hoffnung zu Gott, auf welche auch sie selbst warten, dass es eine Auferstehung der Toten, sowohl der Gerechten als der Ungerechten, geben wird.

Apg 24,21

es wäre denn wegen jenes einzigen Wortes, das ich ausrief, als ich unter ihnen stand: Wegen der Auferstehung der Toten werde ich heute von euch gerichtet!

Apg 26,23

nämlich, dass Christus leiden müsse und dass er, der Erstling aus der Auferstehung der Toten, Licht verkündigen werde dem Volke und auch den Heiden.

 

Paulus war ein Jude und Pharisäer,  und die glaubten traditionsgemäß an eine Auferstehung der Toten im Sinne der Gestorbenen. Offenbar war es Paulus erschütternde spirituelle Jesus-Begegnung gewesen, die ihn in seinem traditionellen Irrglauben bestärkte, dass mit Jesus als Paradebeispiel eines Wiedererweckten die Gestorbenen im sogenannten Jenseits von Gott neu belebt werden würden.

1Kor 15,12

Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden sei, wieso sagen denn etliche unter euch, es gebe keine Auferstehung der Toten

An dieser Stelle wird klar und deutlich, dass man trotz des spirituellen Pfingstereignisses Tod und Auferstehung Jesu nicht einzuordnen verstand. Denn es gab ja offenbar zahlreiche Zeugen Jesu, denen seine anders lautenden Aufklärungsworte noch in den Ohren klangen. Doch konnten sie sich mit ihrer Meinung gegenüber Paulus nicht durchsetzen. Denn der Durchblick fehlte ja durch die Bank zugleich allen.

1Kor 15,13

Gibt es wirklich keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden!

Man verstand seinerzeit nicht, dass Jesu Gestorbenenerweckungen - ebenso wie seine eigene Auferstehung aus dem Felsengrab heraus - von Christus  einzig und allein zum unwiderlegbaren Beweis der vom Vater erhaltenen Vollmacht durchgeführt wurden, und nicht etwa zur Demonstration des Beispiels einer Auferstehungsweise aus dem Massengrab heraus. Jesus wollte zu guter Letzt mit seiner Selbstopferung seinem bisherigen Wirken noch das absolute Glanzlicht aufsetzen. So beabsichtigte er im Rahmen der Schrifterfüllung mit seinem von ihm selbst herbeigeführten Kreuzestod zu zeigen, dass der Lebendige selbst seinen eigenen Tod zu überwinden imstande ist, so dass ihm und seiner Botschaft vom ewigen Lebensreich beim Vater - durch ausschließlich der Teilhabe an seiner Person - absoluter Glaube zu schenken ist.

Doch man deutete Jesu Auferstehung aus dem Grab in Fortsetzung der jüdischen Glaubenstradition als Modell oder Muster für eine allgemeine Auferstehung der Gestorbenen und Begrabenen. Zudem war Jesus mit seiner Himmelfahrt wieder von der Bildfläche verschwunden gewesen, so dass kurze Zeit später ohne weitere störende Gegenstimmen der von der israelischen Kirche gelehrte Glaube an eine allgemeine Auferstehung von den Toten, sich in den christlichen Urgemeinden etablierte, und parallel zur jüdischen Kirche weitergepredigt wurde.

 

1Kor 15,21

Denn weil der Tod kam durch einen Menschen, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen;

1Kor 15,42

So ist es auch mit der Auferstehung der Toten: Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich;

Man versuchte dann mit solchen für sich selbst schon unerklärbaren Unglaubwürdigkeiten zu erklären, was ohne Erkennung der Tatsächlichkeiten nicht zu erklären ist. Und so schuf man sich am Ende über die Kirche eine im Grunde nicht vermittelbare, weil in sich vollständig unstimmige Theologie. Dass sie dennoch ihren Siegeszug in den Köpfen der Menschen antreten konnte, spricht leider bei den ja vorhandenen Gegendarstellungen Jesu nicht gerade für kritische Intelligenz und Mündigkeit.

Denn würde es ein schlusszeitliches Weltgericht geben, bei dem in einer Auferstehung der Gestorbenen von Gott die Bösen verworfen sowie die Guten gerettet würden, dann wäre es abgesehen von allen damit verbundenen naturgesetzlichen Unstimmigkeiten und Unmöglichkeiten von Jesus völlig widersinnig gewesen, von Lebenden als von Toten zu sprechen; und da noch für diese Toten mit seiner Person einen "Lebensweg" anzubieten, mit einer Auferstehung in der Zeit, als das zur Gerichtsvermeidung zu suchende und zu findende Ziel (Joh 5,24).

Das tatsächliche schlusszeitliche Weltgericht betrifft dagegen als urscheidendes Jüngstes Gericht das komplette Dasein bzw. die Schöpfung als solche; indem bei einer zum Kreis bestehenden Schöpfung ihr Anfang von ihrem Ende mit eben dieser Kreisbewegung von Anfang bis Ende zu trennen ist, damit es sie mit einem solchen Akt überhaupt erst geben kann. Aus diesem einzigartigen Rückkoppelungskreislauf des Universums ergibt sich die systemische Aufteilung des Schöpfungsgerichts zu einer anfänglich ersten Zeitwelt des ablaufgemäßen Todes und einer abgelaufenheitsweise schließenden zweiten Ewigkeitswelt des unablaufbaren Lebens.

Das zeitweltliche Leben wird damit bildlich gesprochen zu einer Straße mit zwei gegenläufigen Fahrspuren, auf der sich jeder einzelne Schöpfungsteilnehmer unausweichlich für seine Fahrrichtung zu entscheiden hat. Auf der einen Spur mündet somit die Straße in den tiefen Graben einer da komplett in den Tod versinkenden finsteren Zeitwelt, und auf der anderen Spur auf den hohen Berg einer dort vollständig sich zum Leben erhebenden und hell leuchtenden Ewigkeitswelt.

Darum nochmals:

Joh 14,6

Jesus: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!

Mt 7,13

Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen.

Mt 7,14

Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!

 

Die Fahrbahn zum unablaufbaren Leben beim Herrn kann man nur im gegenteilig zeitweltlich ablaufenden Leben suchen und finden. Denn in einer kehrseitengemäß zeitvollendeten Ewigkeitswelt kann es vollkommenheitsweise nichts zu suchen und zu finden geben. Und somit zeigt sich der Tod innerhalb der alles erbringenden Zeitwelt als naturgesetzlich gültiger Schlussstrich, der im Rahmen des ganzen Systems ein solcher bleiben muss!

Indem nun der Herr als das Dasein in Person das Universum mit dessen Kehrseiten verkörpert, und damit eben auch den kompletten zeitlichen Schöpfungsablauf, befindet sich alles jemals in der Zeitwelt Gelebte, Vergangene und Gestorbene zu seiner Zeit an seinem Ort lebend im Herrn (= ihm leben alle, Lk 20,38). Allerdings eben lediglich jene in ihm mit ihm auferstandene sowie überlebt habende Zeitwelt des einerseitigen Selbst-Empfangs. Für jene anderseitige "Selbst-Losigkeit" bleibt da nur das Nichtsein zum Nichts.

Die Frage von Sein und Nichtsein, von Leben oder Tod, wird bei solcher zwingender Sachlage zu einer in der Zeitwelt individuell abzuhandelnden geistseelischen Standortfrage, und damit reinen Bewusstseinsangelegenheit. Welchen Stellenwert bereits schon das zeitgemäße Endlichkeitsbewusstsein hat, kann man heutzutage von der Biologie und Medizin erklärt bekommen. Und dass sich generell Sein und Bewusstsein wechselseitig bedingen, ist inzwischen auch gesicherter Stand naturwissenschaftlicher Erkenntnis.

Um sich nun seines ablaufgemäß lichtlos finsteren Todesbewusstseins für immer entledigen zu können, muss man in der Zeitwelt am Sein bzw. am Licht und Bewusstsein desjenigen Anteil bekommen, der schnittstellengemäß unablaufbares Selbst des Universums ist. Mit seinem hierdurch gegebenen unzerstörbaren Lebensbewusstsein ist er in Allmächtigkeit der unvergänglich lebendige Herr von Zeit und Ewigkeit.

Seit der pfingstlichen Ausgebreitetheit der Person Gottes über alle Zeit und jeglichen Raum hinweg, hält der Herr für jeden zu jeder Zeit an jedem Ort die jeweils ihm gemäße Chance auf die Teilnahme an seinem Licht und Leben bereit. Denn wer das All in Person ist, der hat auch ein grundsätzliches Interesse am Wohlergehen von allem, was in ihm ist. So ist die Liebe des Herrn zu seiner Schöpfung notwendigerweise die Liebe zu sich selbst, weil ja außer dem All bzw. ihm nichts ist. Jedoch müssen alle Unterschiede im Sein und damit auch im Herrn sein, damit das Ganze so sein kann, wie es da als naturgesetzliches Non-Plus-Ultra-System aus Zeit und Ewigkeit, besteht und funktioniert.

 
 

Darum gilt: "Wer es fassen kann, der fasse es!"

 

 

Die Predigten und Ansprachen Jesu - sowie damit auch alle sich davon ableitende Theologie - beschränkt sich unter Weglassung allen nur verwirren könnenden Beiwerks im Kern auf Jesu eingefordertes Bitten, Suchen und Anklopfen auf dem Weg zur Teilhabe an seinem Licht und Leben. Diese drei Faktoren sind als die christlichen Grundanforderungen anzusehen, und schwer genug? oder leicht genug? in die Praxis umzusetzen.

Hat man nach allen Suchanstrengungen doch noch das Selbst des Daseins in sich selbst gefunden, hat sich alle Religion und jegliche Theologie zur verbrieften Zugehörigkeit zum Reich erfüllt und erledigt. Von nun an darf man nur noch auf die mit erlebnisgemäßer Sicherheit kommende Ewigkeitswelt gespannt sein. Sie tritt nun mit dem je eigenen zeitlichen Ende ein. Denn sie ist "nur" die uns unbekannte andere zeitlos lebendige Kehrseite zu unserer hiesigen zeitvergänglich tödlichen Seite.

 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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