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DAS   THOMASEVANGELIUM

STICHWORTEXEGESE

THOMASTEXT      INRI      ZENTRALFAKTUM      STICHWORTEXEGESE      EINFÜHRUNGSKURS

ZIEL       BEFÄHIGUNG       ANFORDERUNG       BEWAHRUNG       LOHN

 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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ADAM      ALL     BEWEGUNG      BRAUTGEMACH      DUNKELHEIT    ECKSTEIN

ENDE     ERNTE      ERKENNEN      ERSTER      FLEISCH     GEHEIMNIS      GEIST

GOTT      HIMMEL       INNERES       LEBEN       LEBENDIGER      LEIB      LEICHE

LICHT     MENSCH    PARADIES     REICH     SEELE      SOHN     SÜNDE     VATER

WAHRHEIT

 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

Die von Jesus verwendeten Wortbegriffe sind mit in Klammer gesetzten Fundstellenangaben versehen. Auch die sich aus den Sprüchen ergebenden Überbegriffe ( Beispiele: sich selbst finden = Selbst-Findung, zu eins machen = Vereinheitlichung, und auch sehr viel weiter gefasste Textzusammenhänge, Beispiel: Denn ihr habt fünf Bäume im Paradies, die kein Sommer und kein Winter bewegt und deren Blätter nicht fallen. Wer sie kennt, der wird den Tod nicht schmecken = Überzeitlichkeit = Selbstschnittstelle des Daseins) sind - soweit möglich- mit gleichfalls in Klammer gesetzten Fundstellenangaben versehen.

 
 
 

 

Wort zur Stichwortexegese

Natürlich werden hier mit den wichtigsten Wortbegriffen noch längst nicht alle besprechungswürdigen Begriffe berücksichtigt. Wollte man dies tun, so würde das bereits schon ein kleineres Buch füllen. Und man müsste für ein noch umfassenderes Verständnis die kanonischen bzw. kirchlichen Evangelien miteinbeziehen, wie es ja im Buch "Biblium" der Fall ist ( www.biblium.50g.com ). Dann allerdings würde es ganz offenbar werden, wie sehr sich die einst konstituiert habende Kirche in einigen fundamentalen Anschauungen gewaltig vertan hat. Dennoch kann man sagen, dass die kirchliche Dogmatik unterm Strich die Botschaft Jesu würdig vertreten hat. Wenn jetzt im Buch Biblium und auch hier in Ansätzen eine neue Theologie formuliert wird, so kommt dies zu einem finalen Zeitpunkt, welcher keine Veränderungen am Bisherigen mehr verlangen kann. Ohnehin werden nur  wenige mit den vorliegend angebotenen Informationen konkret etwas anzufangen wissen. Insoweit wird man leider dem Thomasevangelium seine nicht nachvollziehbare Zuordnung zur abwertenden Gnosis (= Gotteserkenntnis) und Esoterik (= Geheimlehre) nicht mehr nehmen können. 

Aber was sind schon solche seltsam bizarren Zuordnungen, wenn sich die Substanz des Textes allen anderen konkurrierenden Glaubensmodellen - weil hier mit grundsätzlicher Nachvollziehbarkeit wahr und wirklich - als unvergleichlich überlegen erweist! Dass also das NT nicht gnostisch sein soll, das ist das Ergebnis einer blind überreagierenden Abgrenzungspolitik zu irrig Schwarmgeistigem. Denn Jesus verbindet grundsätzlich Erkennen und Glauben zur Austauschbarkeit miteinander (= wo erkannt wurde, kann geglaubt werden, und wo geglaubt wird, kann auch erkannt werden), weshalb das Erkennen in Mk 4,11 / Lk 8,10 / Joh 8,24 / 8,28 / 8,32 / 10,8 / 14,20 / 17,3 / 17,7 / 17,25 gleichberechtigt zum Glauben nachgelesen werden kann - ganz zu schweigen vom AT, wo es ja diesbezüglich noch sehr viel mehr nachzulesen gäbe. Und so ist es der geistliche Johannes, der in 17,3 Zentrales aussagt. Auch ist bekanntlich "Saulus zu Apostel Paulus" erst über die zwangsweise verordnete Erkenntnis zum Glauben gekommen, womit im Prinzip bereits schon alles zur Gnosis und Gnostik gesagt ist.

 
 

 

ADAM  (046, 085>>>    ^

 

 

Unter Adam versteht Jesus den Ersten und Letzten (004), als den ewig Lebendigen (003), den er seinen Vater nennt (015, 027, 044, 050, 057, 061, 069, 076, 079, 083, 096, 097, 098, 099). Denn Jesus bezeichnet sich zum einen als Sohn des Lebendigen (037) sowie auch als Sohn des Menschen (086, 106), und zum anderen übersetzt sich Adam hebr. zu "Mensch" . Deutlicher als in 106) kann die Tatsache des Menschsein Gottes, oder umgekehrt das Gottsein des Menschen "indirekt" nicht mehr gesagt werden. Demgemäß wurde dann daraus die tödliche Anklage der Gotteslästerung durch den Hohen Rat, die zur Kreuzigung Jesu führte.

Dass Adam gesündigt hat (085), ist nur die halbe Wahrheit, weil nämlich die andere Wahrheitshälfte die ist, dass er dadurch nicht sündigte, weil er sich selbst als diesen Sünder verwarf. Denn genau das verbirgt sich  hinter der "Lebendigkeit" des Vaters und dem Ebenbild-Verhältnis von Gott und Mensch in der Genesis. Die Lebendigkeit besteht dort mit dem Baum des Lebens (= der Baum des Guten und des Bösen = Polarisierung). Denn das All hat sich bei seiner Totalsingularität selbst Objekt und Subjekt zu sein. Das heißt, dass der unvollendete Anfang vom vollendeten Ende abzustoßen ist, damit es hierdurch den identischen zeitlichen Weltlauf vom unvollendeten Anfang bis zum vollendeten Ende geben kann. Von daher ist sich Adam selbst sowohl sein verwerflicher Anfang als auch verwerfendes Ende, zum anfänglich Erstverworfenen und schlussendlich Letztverwerfenden. Mit eben dieser Selbstverwerfung wird er zum Herrn seiner selbst und des Universums. Indem er sich selbst sein Anfang und sein Ende ist, besteht er systemisch in sich selbst geschlossen als der lebendige Herr und Gott eines Daseins in Binarität.

Aus dem Text ergibt sich die Doppelnatur Adams zudem noch daraus, dass Jesus "Reichtum" nur als geistliche Größe (029) wie z.B. bei der Selbst- und Weltgefundenheit erkennt (081, 110), was ja dann um so mehr für die Selbst-Gewordenheit gelten muss. Obwohl sich Jesus in den kanonischen Evangelien durchweg als den Sohn des Menschen bezeichnet, so lässt er doch überall seine personale Verbindung zu Adam unausgesprochen. Dass Jesus Gott nicht direkt als Menschen darlegen konnte, hatte seinen einsehbaren Grund darin, dass in der Genesis Adam auf die bloße, und Gott lediglich abbildende Geschöpflichkeit festgelegt war, von dem sich dann auch noch zur Glaubhaftmachung ein ganzes Stammesregister abzuleiten hatte (046). Dabei versteht sich von selbst, dass Jesus bei der für die Juden gegebenen Anstößigkeit seiner "nicht nachvollziehbar abgehobenen" Thesen, das Fass vor der Zeit nicht zum Überlaufen bringen durfte. In diesem Zusammenhang erklärt sich auch, warum vieles von ihm nur angedeutet werden konnte, oder gar gänzlich mit rätselhaften Geheimworten im Dunkel gelassen werden musste (001).

 
 

ALL  (002, 032, 067, 077)   >>>    ^

 

 

Das All  ist, wie auch im anderen Wort: Universum, zum Ausdruck kommt, das Eine und Ganze, das alles ist. Es ist darum total und singular, weswegen es als "Totalsingularität" bezeichnet werden muss. Was alles umfasst, hat nichts gegen sich, sodass es für das All auch keinen "Gegen-Stand" geben kann. Für sich selbst genommen ist es damit grundsätzlich ungegenständlich, sowie raum- und zeitlos. Was nun in raumzeitloser Ungegenständlichkeit da ist, das definiert sich dann notwendigerweise als All-Geist, den man nur als heilig umschreiben kann, weil er das Dasein selbst ist. Mit seiner Geistbegabung (014) ist es dem Menschen grundsätzlich ermöglicht, im Wege dessen eine Verbindung zum das Universum seienden, deshalb "All-Geist" (114) herzustellen. Jedoch bei der Ungegenständlichkeit von Geist kommen Menschengeist und Allgeist zur Deckung, wodurch so dem Menschen eine Spiegelung des Alls eröffnet ist. Umgekehrt spiegelt nach dem Reflexionsgesetz auch das All denjenigen, der dann hierbei nicht anders als zu sich selbst gefunden haben kann. Denn er befindet sich ja innerhalb dieses von ihm gespiegelten Alls. Von daher ist die echte Selbst-Erkenntnis (067) mit jener Erkenntnis des Alls (067) zur Austauschbarkeit identisch (= Spiegelungsprinzip, 003). Die All-Erkenntnis ist das unmittelbare Produkt der All-Erfüllung, bzw. die Selbst-Erkenntnis ist das direkte Produkt der Selbst-Erfüllung. Grundsatz: Nur auf was man bezogen, oder wovon man erfüllt ist, das ist der Erkenntnis zugänglich!

 
 

BEWEGUNG  (050)   >>>    ^

 

 

Bewegung und Unbeweglichkeit (050) sind die zwei Grundprinzipien auf denen das Dasein beruht. Doch ist diese Beschreibung viel zu grob und zu dürftig, um sich darunter etwas vorstellen zu können. Zu Zeiten Jesu hat sie allerdings völlig ausgereicht, weil sein Publikum für Genaueres ohnehin nicht aufnahmefähig gewesen wäre. Heute aber sind die Leute mehrheitlich gebildet, sodass man ihnen sagen kann, dass sich die Unbeweglichkeit als so genannte Einheitspassivität versteht, und die polare Bewegung als so genannte Trennungsaktivität (010, 011, 016). Dabei ist von der Grundeinsicht auszugehen, dass nur das vereinheitlicht werden kann, was getrennt vorliegt, und immer nur das getrennt werden kann, was vereinheitlicht vorliegt. Insoweit gibt diese wechselseitige Bedingung vor, dass das All nicht nur bei Zeit und Ewigkeit sondern auch hinsichtlich dieser Grundprinzipien zu Kehrseiten (051, 113) besteht. Da ergibt sich einerseits mit der Vereinheitlichung ein All der ungegenständlich unbewegten Raumzeitlosigkeit zum einheitspassiven Punkt, und andererseits mit der Trennaktivität ein All der raumzeitlichen Ausgedehntheit zur gegenständlich bewegten Welt. Da totalsingularitätsgemäß der einheitspassive Punkt untrennbar ist, muss die Trennaktivität zu dessen Umkehrung erfolgen. Das ist der Grund, weshalb in der Welt alles mit allem zusammenhängt, und zusammenhängend bleiben muss, gleichgültig wie weit noch sich dabei der Kosmos aufbläht. (vgl. www.weltformel.50g.com)

 
 

BRAUTGEMACH  (075)   >>>    ^

 

 

Mit diesem Symbol wird auf den hochzeitlichen Ort des Ehevollzugs verwiesen, bzw. auf die Geistseele. Denn in und über sie vollzieht sich die Verbindung von Mann und Frau zu einer Einheit. Diese Vereinheitlichung bedeutet die Entstandenheit des ganzheitlich kosmischen Menschen als das universale Selbst (004, 022, 030, 048, 106) und als die überzeitliche Selbstschnittstelle der Zeitwelt (018, 019). In ihr fallen der Anfang (018) und das Ende (018) der Zeitwelt zu einem einheitspassiven Schnitt- und Nullpunkt in eins. Wegen der dadurch gegebenen Aufhebung des weltgrundlegenden Unterschieds an sich zum Nichts, muss zur Erhaltung des Seins der entfallene Unterschied wieder durch Urscheidung hergestellt werden. Als Trennungsaktivität (061) kommt sie zum Einsatz, und bildet das notwendige Gegengewicht zur Einheitspassivität. In der Summe haben beide Grundprinzipien ihre erforderliche Rückkoppelung (011, 049, 050) erhalten. Doch erst bei zweimaligem bzw. identischen Weltlauf ist die Wirkursächlichkeit bzw. der Rückkoppelungskreis vollständig geschlossen. Dies lässt dann übergangslos durch eine Art Umschaltung die Zeitwelt unter- und die Ewigkeitswelt aufgehen.

 
 

DUNKELHEIT  (061)   >>>    ^

 

 

Dunkelheit und Finsternis (024) stehen zum einen für die Nichtteilhabe am universalen Selbst (032, 077) infolge einer Nichtfindung bzw. eines Nichtempfangs. Zweitens stehen sie für eine negative Verschließung beim jeden und alles ereilenden gerichtlichen Anruf des Herrn aus der nullpunktuellen Selbstschnittstelle heraus. Damit hat man dann sein Schicksal endgültig dem Tod überantwortet. Drittens stehen sie dann auch noch für die Zweitwelt insgesamt. Denn die Zeitwelt bildet zusammen mit der Ewigkeitswelt die Binarität des Daseins bestehend aus finsterem Nichts und lichtem Sein. Naturgemäß fällt dabei der Zeitwelt - gemäß ihres Ablaufs als vergänglicher Vollzug - das Nichts zum Nichtsein zu (028). Umgekehrt entfällt das Sein auf die Ewigkeitswelt, die gemäß ihrer Vollzogenheit nicht ablaufen kann, und somit auf der Kehrseite unvergänglich da ist.

 
 

ECKSTEIN  (066)    >>>    ^

 

 

Dem Eckstein kommt am Gebäudekomplex eine besondere Bedeutung zu. Jesus bezieht nun den verworfenen Eckstein zum einen symbolisch auf sich und seine Mission, als damit gesagt werden soll, dass der Selbst-Mittler des Vaters innerhalb der Zeitwelt ein unerwünschter Fremdling ist und bleibt. Zum anderen sieht sich Jesus zum Dreh- und Angelpunkt im Werk des Vaters. Der ist systemisch zwingend für seine final-kausale Selbsteinholung aus der Zeitwelt heraus, auf eine dort ihm vorangestellte Selbstbrücke angewiesen.

Denn die Zeitwelt ist ja das für das Nichts zum Nichtsein bestimmte Dasein gegenüber der in allem kehrwertigen Ewigkeitswelt. Die wechselseitige Bedingtheit der Kehrseiten verlangt, dass für die Kausalität jede Seite in der jeweils anderen zu gründen hat. Die überzeitliche Schnittstelle erfüllt diese Doppel-Anforderung. Denn sie gehört einerseits noch zur Zeitwelt, weil das Selbst dort die Zeitwelt verkörpert. Zudem verkörpert das Selbst noch die Schnittstelle, die als Ineinsfallung von Anfang und Ende der Zeitwelt, damit überzeitlich und so unvergänglich ist. Die Unvergänglichkeit ist aber das Hauptmerkmal jener zeiterfüllten Ewigkeitswelt. Von daher ist das sich mit solcher Selbstbewältigung vollendende universale Selbst am Zeitende die personifizierte Vergegenständlichung der kehrseitigen zeiterfüllten Ewigkeitswelt (001, 018, 019, 084).    

Und so ist das Selbst in der zentralen Selbstschnittstelle bevor es in der Zeitwelt wurde. Es wurde ja hier durch einen Menschen verwirklicht, dem es gelang, bei sich selbst das Selbst zu finden, und es später noch durch eine partnerschaftliche Vereinheitlichung selbst zu werden. Ohne Jesus als den Selbst-Mittler wäre das nicht möglich gewesen. Und so ist Jesus Christus am ganzen Weltgebäude der Eckstein, den seinerzeit die Bauleute verworfen haben.

 
 

ENDE  (018)    >>>    ^

 

 

Anfang und Ende (018) sind in ihrem Ursprung die zwei Pole oder Enden einer Bewegung. Denn nur wo sich etwas bewegt, kann es einen Verlauf von einem Anfang zu einem Ende geben. Da außer dem Universum nichts mehr anderes sein kann, muss seine Bewegung sowohl bei ihm selbst beginnen, als auch wieder bei ihm selbst enden. Bei der sodann kommen müssenden Frage: Wo denn bitteschön bei ihm selbst? Ist auf das universale Selbst zu verweisen. Und wo sich nun das Selbst befindet - das wissen wir hier inzwischen -, dort genau ist die Selbstschnittstelle einer kreisförmig sein müssenden Bewegung, als Ineinsfallung von Bewegungsanfang und dem Bewegungsende, zu einem überzeitlichen Nullpunkt.

Weil das Universum bei seiner Allumfassung Totalsingularität ist, hat es keinen Gegen-Stand, und besteht so in Ungegenständlichkeit zu einer auf den Punkt gebrachten raumzeitlosen Geistigkeit (014, 029, 044, 114). Das ist der Grund, weshalb der Geist die Materie beherrschend über ihr steht. Laut Jesus ist es der Geist, der lebendig macht, während das Fleisch allein nichts wert ist. Wo alles was ist beginnt, und auch wieder endet, dort herrscht der ungegenständliche Geist mit einem menschlich gegenständlichen Körper. Denn das All geht von Jesus aus, um am Schluss wieder bei ihm angekommen zu sein (077). Auf diese Weise gibt sich Jesus als das Selbst des Universums zu verstehen. 

Aber wie kann denn das All beim Menschensohn ankommen? 

Einzig und allein durch Vereinheitlichung zum universalen Selbst! Gelingt einem Selbst-Finder später auch noch im Wege der Selbst-Hingabe an die Partnerin die Vereinheitlichung zur neuen Welt, so ist er dann dadurch das universale Selbst selbst geworden, und er verkörpert damit die überzeitlich nullpunktuelle Selbstschnittstelle der Zeitwelt zur Ineinsfallung von deren Anfang und Ende. 

Und wie kann denn aus dem Menschensohn das Universum hervorgehen? 

Einzig und allein durch Urscheidung des universalen Selbst an sich selbst! Denn sie ist ja Schöpfungsgericht und erbringt per Urknall die Zeitwelt, der alles entstammt. Und ihr entstammt ja wieder eben jener  Selbst-Finder, der sich durch geistseelische Vermählung zum ganzheitlich kosmischen Menschensohn vereinheitlicht hat, womit sich der Kreis der Zeitwelt schließt. Dass der Menschensohn globale Facettenperson ist, und beliebig in immer wieder anderer menschlicher Gestalt in Erscheinung treten kann, das zeigen uns die neutestamentlichen Berichte von den Sichtungen des Auferstandenen, der mal so oder so gesehen, oder nur am Brotbrechen erkannt wird.

 
 

ERNTE  (009, 021, 045, 057, 073)    >>>    ^

 

 

Jesus verwendet dieses Wort für die kreisförmige Urscheidung. Sie findet zugleich als nullpunktuelle Schöpfung und Weltgericht (010, 040) statt, weil sich ihr Anfang und ihr Ende in einem Punkt schneiden müssen, so dass also in ihm Anfang und Ende der Urscheidung in eins fallen (= der Kreislauf als Zeitwelt) (018, 019)

Die Ernte steht bekanntlich immer am Ende eines fruchtbezogenen Wachstums- und Reifungsprozesses. Auf den zeitlichen Weltlauf angewandt, kann es nur einen einzigen Ort geben, wo sich am Schluss das ereignet, was den vollständigen Zeitweltlauf betrifft. Wir kennen ihn als die überzeitliche Selbstschnittstelle zur Ineinsfallung von Anfang und Ende der Weltbewegung. In ihr findet zentral die rückkoppelnde Urscheidung allen Daseins zu den beiden bestandsbildenden Polen des Nichts und Sein, statt. Wer und was sich jenem aus der Nullpunktualität heraus ergehenden, und darum absolut überall hineinreichenden Anklageanruf des Herrn verschließt, der und das hat sich durch sich selbst auf die Seite des für das Nichts zum Nichtsein zu verwerfende Dasein gestellt. 

Es ist der identische Mensch, der sich andererseits dem identischen Anruf öffnet, und sich so durch sich selbst in so genannter Selbsterzeugung (070) auf die Seite des für das Sein anzunehmende Dasein stellt. Denn der Anruf des Herrn (= das Urscheidungswort = die Urscheidung in Person = Jesus als Wort Gottes) spaltet die Person in zwei Seiten auf. Sie haben ihre Entsprechung in der Binarität, den beiden bestandsbildenden Pole: Nichts und Sein, weil alles am Dasein Teilhabende zusammen die Ganzheit bildet, und das Schicksal des Ganzen auch das Schicksal seiner Teile sein muss.

 
 

ERKENNEN  (003, 005, 018, 039, 043, 046, 051, 057, 062, 067, 078, 091)    >>>    ^

 

 

Das Erkennen ist ein wichtiger Schlüsselbegriff für die Würde und Selbstverantwortung des Menschen. Es ist so der Gradmesser für das Menschsein überhaupt. Der Mensch wird erst dadurch zu eben dem Menschen, indem er mit seinem Ich das Du des anderen formuliert, was voraussetzt, dass er diesen erkennen kann. Wo das noch nicht oder nicht mehr der Fall ist, geraten wir wahlweise ins Animalische oder Vegetative, sozusagen ins Koma. Eine besondere Bedeutung erhält das Erkennen als Erkenntnis, wenn es dann um die geistseelische Fähigkeit geht, die eigene Existenz zu hinterfragen und quasi in die Hand zu bekommen. Dies geschieht über die Fusion mit Jesus und der dabei eintretenden Allspiegelung.

Dadurch aber, dass in der Welt alles mit allem zusammenhängt, und so jegliche Existenz von Größerem umrahmt wird, gilt es klugerweise (008, 076), sich mit seiner Geistes- und Seelenkraft gleich dem Ganzen bzw. dem All zuzuwenden. Denn nur von dorther kann einem der Zugriff auf sich selbst möglich sein. Doch weil das Ganze infolge seiner überzeitlichen Selbstschnittstelle zu einem verkörpernden Selbst personalisiert ist, wird die Welt- und Selbst-Erkenntnis zu einer entsprechend personalen Beziehungssache. Dann gilt es Kontakt mit der "Über-Person" zu bekommen, um erfolgreich sein zu können. Ansonsten aber kommt spätestens am Ende der Zeitwelt für einen jeden und alles die entsprechende Welt- und Selbst-Erkenntnis gratis (005) mit der Umschaltung der abgelaufenen Zeitwelt auf die unablaufbare Ewigkeitswelt.

 
 

ERSTER  (004)    >>>     ^

 

 

Erster und Letzter (004) kann gemäß dem ineinsfallenden Anfang und Ende der Zeitwelt nur ein Einziger sein, der dann dort quasi als All-Ich zum überzeitlichen Selbst des Daseins existiert. Ihn sieht Jesus als seinen Vater. Denn Jesus ist sein in der Zeitwelt persongewordenes Urscheidungswort. Wenn Jesus also  im Plural von den Ersten und Letzten spricht (004), dann bedeutet das die Teilnahme aller am Selbstsein des Ersten und Letzten, die sich in sich selbst über das universale Selbst gefunden haben. In der geistseelischen Teilhabe an diesem das All verkörpernden Selbst-Leib (004) werden in der Selbstschnittstelle alle zu jenem Einen. Von daher ist die zeitweltliche Selbst-Gefundenheit (002, 027, 049, 092, 094) von der höheren final-kausal überzeitlichen Selbst-Gewordenheit (018, 019, 032, 077) zu unterscheiden. Während nun die Selbst-Findung spätestens und gratis bei Zeitvollendetheit dem zum einerseitigen Sein abgespaltenen, kompletten Dasein zufällt, ist und bleibt die Selbst-Gewordenheit ein der Totalsingularität gemäß totales und singulares Selbstereignis Gottes innerhalb der Zeitwelt. Und der gibt nach biblischem Zeugnis als Herr allen Seins seinen Ruhm und seine Ehre keinem außer sich selbst ( Jes 42,8 / 48,11 / Joh 8,50 ).

 
 

FLEISCH  (028, 029, 112)    >>>    ^

 

 

Fleisch und Geist (014, 029, 044, 114,) haben ihre Entsprechung in der Materialität (= Gegenständlichkeit) und in der Immaterialität (= Ungegenständlichkeit). Sie sind also sinnvolle Gegensätze, und unterliegen doch zugleich der wechselseitigen Bedingung zu ihrer gegenseitigen Abhängigkeit hinsichtlich ihres Grundes. 

So ist es der final-kausale Mensch, der sich innerhalb der Zeitwelt zur überzeitlichen Selbstschnittstelle einholt, und damit das Universum nicht etwa nur spiegelt wie bei der Selbst-Findung, sondern es in einer umfassenden Selbst-Gewordenheit final und kausal auf seine Person - zu Adam und Eva in Einem - im Geist vereinigt (077). Indem nun das so zu ungegenständlichem Geist vereinheitlichte Universum eine menschliche Person samt ihres Fleisches geworden ist, kann es grundsätzlich das Fleisch nicht ohne seinen Geist, und den Geist nicht ohne sein Fleisch geben. Daher besteht in den personalen Kehrseiten des Daseins (= kreisförmige Zeitwelt als Nichtselbst, und schnittstellengemäße  Ewigkeitswelt als Selbst) die identische Einheit von fleischlichem Leib (029, 080, 087) und geistiger Seele (025, 028, 087, 112). Indem nun das überzeitliche Selbst nicht mehr dem Energiekreislauf unterliegen kann, muss ohne einen Stoffwechsel das Fleisch der Ewigkeit eine anderes als das der Zeit sein.

Wenn Jesus vor einer wechselseitigen Abhängigkeit von Fleisch und Seele warnt (112), dann muss sich das auf suchtartige Hörigkeiten und damit verbundene personale Knebelungen beziehen. Denn unter derartig schlechter Voraussetzung kann weder erfolgversprechend gesucht noch gefunden werden. Unter solcher Bedingung bleibt man in der einerseitigen  Zeitwelt des Nichtselbst gefangen, welche die anderseitige Ewigkeitswelt des Selbst für ihr binaritätsgemäßes Nichts benötigt.

 
 

GEHEIMNIS  (001, 062)    >>>    ^

 

 

Dass das Dasein überhaupt, das zentrale Geheimnis ist, das wird an zahlreichen Stellen in der Bibel (AT + NT) zum Ausdruck gebracht. Deswegen liegt es auch auf der Hand, dass die Genesis bei Moses eine Allegorie bzw. Sinnbildlichkeit darstellt. Dann bekommen Verse in der Heiligen Schrift eine enorme Wichtigkeit, in denen der Herr die Schöpfung indirekt als einen totalsingularen Gerichtsakt (077) (Sach 12,1 / Jes 42,5 / 44,24/ 48,13 / Jer 10,12 / 51,15) offenbart  (Jesias, Formel: Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt! / auch Jer 23,20). Dadurch, dass die Selbstschnittstelle des Daseins inmitten der Zeitwelt liegt, und nicht in der gegenteiligen Ewigkeitswelt, muss es die zwingende Aufgabe der Zeitwelt sein, den in ihrer Selbstschnittstelle verborgenen Grund zu entdecken und zu verstehen.

Doch gibt es außer dem Anfang und Ende ineinsfallenlassenden  Selbst und seinem Mittler Jesus Christus (028) keinen, der erstens von einer Selbstschnittstelle wüsste, und sie zweitens dann zu deuten vermöchte. Dass Jesus gemäß (001) "geheime bzw. erklärungsbedürftige Worte" zur Weitervermittlung aufschreiben ließ, kann daher nur bedeuten, dass für ihn die Selbstschnittstelle der Zeitwelt quasi noch in ferner Zukunft lag. Was ja auch bei der Einholung des Anfangs durch das Ende wohl nicht anders sein kann, und das Ende außer dem endzeitlichen Vater-Selbst niemand kennen kann, nicht einmal sein Sohn-Selbst (Mk 13,32). Insoweit ist die Sprucheinleitung (001) durch die Wirklichkeit gedeckte Prophetie.

 
 

HEILIGER  GEIST  (014, 029, 044, 114,)    >>>    ^

 

 

Die Grundlage des Heiligen Geistes beruht auf der Totalsingularität des Daseins. Denn das, was als das All oder Universum in einer alles einschließenden Ausschließlichkeit zum absoluten Monopol besteht, das kann keinen Gegensatz besitzen, und ist so urgegeben ohne "Gegen-Stand" zu einer raumzeitlos lichten Ungegenständlichkeit gekennzeichnet.

Doch gibt es bei einer derartigen Grundgegebenheit für das Universum eine es uranfänglich in seinem Bestand bedrohende gefährliche Nähe zum Nichts. Dies macht eine Selbstunterscheidung zu einer Binarität des Nichts und Sein erforderlich. Bei einem allumfassungsweise fehlenden Außen muss dies nach innen hin geschehen, und erfordert einen "Selbst-Gegen-Stand" bestehend aus unterscheidendem Subjekt und unterschiedenem Objekt. Nur über zwei solch gegensätzliche geistige Selbst-Positionen kann es dann eine urscheidende Aufteilung des Daseins in Nichts und Sein geben, die damit vom Heiligen Geist in Kraft und Herrlichkeit vollzogen wird.

Jesus spricht noch in (114) von einem lebendigen Geist, der das Produkt der geistseelischen Vereinheitlichung von Mann und Frau zum ganzheitlich kosmischen Menschen ist. Er ist dann der Träger des Heiligen Geistes wie Jesus, der jenen vereinheitlichungsweise kosmischen Menschen als seinen Vater erkennt. Eine Frau kann sich also einzig über die geistseelische Vereinigung mit einem Mann männlich machen, und umgekehrt ein Mann nur über die geistseelische Vereinigung mit einer Frau weiblich. Wobei zuvor schon von einem Partner das Selbst in ihm selbst gefunden worden sein musste. Sonst kann es den ganzheitlich kosmischen Menschen nicht geben.

 
 

   GOTT  (030, 100)     >>>    ^

 

 

Die Vereinheitlichung zum ganzheitlich kosmischen Menschen (004, 022, 030, 106, 114) ist nur über die vom universalen und Gott seienden Selbst gesteuerte Zusammenfindung von Mann und Frau möglich. Dabei muss eben bereits schon ein Partner vorher in sich das Selbst gefunden haben. Ansonsten kann es keine aus eben dem Selbst-Empfang heraus gespeiste Zusammenfügung geben. Die Vereinheitlichung wird schließlich durch eine das Selbst an den anderen Partner hingebende geistseelische Opferung geleistet, welche sich deswegen buchstäblich als den Geist aufgebende Selbst-Aushauchung (076) versteht. 

Indem die schnittstellenerzeugende Vereinheitlichung zum universalen Selbst über die geistseelische Hingabe des Selbst-Besitzers an den Nichtbesitzer erfolgt, ist Gott der Herr auf die zwei in Einem zum ganzheitlich aus Mann und Frau bestehenden kosmischen Menschen festgelegt. Gott als die personifizierte Allmacht wird nun von Jesus z.B. mit der Redewendung: "dem Berg befehlen, sich wegzuheben" (048, 106), zum Ausdruck gebracht (wobei der Berg sowohl die satanische Zeitwelt-Leiche als auch die den weltgrundlegenden Unterschied aufhebende Vereinheitlichung symbolisiert). Dass Gott der Herr als Personifizierung des Universums alle Gegensätze auf sich vereinigend damit auch Mann und Frau in Einem ist, das zeichnet u.a. die Genesis sehr schön mit Adam und Eva als dem Abbild des ganzheitlich universalen Gottes.

Wenn Jesus noch anderweitig den "Einen" (023, 030) erwähnt, dann bezieht sich das auf den Selbst-Empfang. Wegen der dafür erforderlichen geistseelischen Selbstentleerung (061) sowie der daraufhin erfolgen könnenden Allspiegelung (002 i.V.m. 077) zur Teilnahme am All-Leib des Herrn, sind auch hier zwei (= jeweils der einzelne Mann oder die einzelne Frau und Jesus) zu Einem geworden. Jesu Worte in (100) haben ihren tieferen Grund in der bestandsnotwendigen, vom Herrn vorzunehmenden Urscheidung des Daseins zu Nichts und Sein. Dem hat folglich alles in Zeit und Raum Befindliche entsprechenden Tribut zu zollen. = Dem Nichts der nichtselbstliche Tod zum Nichtsein, und dem Sein das selbstliche Leben zum Dasein.

 
 

HIMMEL  (003, 011, 012, 020)    >>>    ^ 

 

 

Der Himmel als das Reich (003, 022, 027, 048, 049, 057, 076, 082, 096, 097, 098, 099, 107, 109, 113) hat bei Jesus eine Doppelbedeutung. Zum Einen ist das Reich die himmlische Selbst-Gefundenheit in der Zeitwelt, sowie zum anderen die Ewigkeitswelt, verkörpert vom universalen Selbst, bzw. Gott dem Herrn. Dass nun also das Himmelreich nichts mit Physik sondern eben nur mit Geist und Seele zu tun hat, das führt Jesus in (003) zum besseren Verständnis dessen aus. Denn der Wolken-Himmel ist von jeher ein reales Symbol für Seligkeit und Vollkommenheit. Zudem benutzt Jesus dann noch das Bild des Himmels (011) für Zeit und Welt, und damit für das Ganze bzw. die Totalsingularität überhaupt. Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang die Formulierung: Dieser Himmel und der Himmel über ihm ! Das alles kann man nur verstehen, wenn man weiß, dass bei der Wirkursächlichkeit (= die Wirkung folgt aus der Ursache, welche ihrerseits wieder zur Ursache für die Wirkung aus ihr wird, usw.) der  Zeitweltlauf zweimal identisch stattzufinden hat, hierdurch sowohl sein Anfang als auch sein Ende jeweils für sich selbst rückgekoppelt sind (= Dieser Himmel und der Himmel über ihm). Denn erst mit solcher Zweimaligkeit der Enden ist die Rückkoppelung des Ganzen  zu einem in sich selbst geschlossenen System vollendet. Und vorher eben nicht!

( Rückkoppelung (011) = Obwohl ihr einer seid, wurdet ihr zwei; da ihr nun zwei seid - was wollt ihr tun? Antwort: Wieder einer werden, um auf Ewigkeit zwei, zu jeweils zwei in einem zu sein! Das klingt ein bisschen verrückt, hat aber einen absolut tiefen Sinn. Denn hier geht es um die vollendete Selbst-Gespiegeltheit zu endlos vollkommener Partnerschaft des Daseins mit sich selbst über Kreuz.  = Adam und Eva in eben der ganzheitlich kosmischen Person, und diese dann spiegelungsgemäß noch einmal zu den damit kosmischen Zwillingen Nr. 1 und Nr. 2. Zwischen ihnen funktioniert die Paarbeziehung über Kreuz, das heißt 1-Adam hat es mit 2-Eva zu tun, und umgekehrt 2-Adam mit 1-Eva. Das ist dann die vollendete Überkreuzbeziehung des Daseins mit sich selbst mittels identischen Mann und identischer Frau unter Ausschluss jeglichen Zwitterwesens Mt 19,5 / 19,6 / Mk 10,8)).

 
 

INNERES  (002, 022, 089)    >>>    ^ 

 

 

Inneres und Äußeres (002, 022, 089) denkt man sich hier am besten einmal als die beiden Polrichtungen auf einer Geraden. Auf ihr definiert der geistbegabte Mensch durch seine Erkennung der Geraden zwei Richtungen, und bildet hierdurch deren Achse. Und dadurch, dass die Allumfassung  des Daseins auf es selbst bezogen eine Dimensionslosigkeit zeitigt, muss in ihm eine raumzeitgreifende Gerade quasi wie auf einer Kugel einen Kreis beschreiben. Die so determinierten beiden Enden der Geraden können dann nicht anders als eben nur zu einer gemeinsamen Schnittstelle ineinszufallen, welche systemisch bei der erkennenden Achse zu liegen kommt, die dadurch zum inneren Selbst des so geschaffenen umgebenden Raumes geworden ist. Handelt es sich also bei der Kreisbewegung um die Zeitwelt, so ist der die Selbstschnittstelle verkörpernde Mensch mit dem Besitz der beiden Bewegungsenden sowohl Erster und Letzter in einer Person, sowie die Vergegenständlichung des ganzen Systems.

Im Rahmen dessen ist es grundsätzlich möglich, dass es innerhalb von Zeit und Raum - bzw. des zeitweltlichen Kreislaufs - befähigten Menschen als das jeweilige Außen, in einer nach innen hinein bis auf den Herzensgrund gehenden, weltloslassend geistseelischen Selbstentleerung gelingt (002), das Selbst in sich einzuladen, welches sich dann des Betreffenden bemächtigt. Über die hierbei erfolgende Fusion von Empfänger und Selbst wird jene Allspiegelung ausgelöst, die ursächlich ist für die Erkennung des Alls als Universalleib. Weiterhin erfolgt von dort heraus die Erkennung des Selbst zur damit gegebenen Selbst-Gefundenheit, bzw. Selbst-Empfangung.

 
 

LEBEN  (002, 018, 019, 058, 087, 111)    >>>    ^ 

 

 

Leben und Tod (001, 018, 019, 085, 111) sind die zeitweltbedingten Gegensätze allen organischen Daseins innerhalb des kreisförmigen Schöpfungsgerichts mit Anfang und Ende. Denn alles was beginnt, muss naturgemäß auch wieder enden. Bekanntlich ist ja das Beginnen vom Werden zum Dasein geprägt, und das Beendigen vom Vergehen zum Nichtsein.

Bereits an diesen beiden alles und jeden betreffenden Polen kann mit wenig Fantasie abgelesen werden, dass es das Dasein nur bei gleichzeitig gegebenem Nichtsein geben kann, weil sonst effektiv kein Raum zu seingemäßer Existenz sein könnte. In diese Grundproblematik ist der das Selbst gewordene, ganzheitlich kosmische Mensch gestellt. Seine Vereinheitlichung zum gewordenen Selbst hebt den weltgrundlegenden Unterschied auf, und so die Daseinsgrundlage überhaupt. Denn ohne einen Unterschied ist sozusagen alles absolut gleichförmiger Brei, zu einem hierdurch bewirkten einheitspassiven Nichts als der uranfänglichen Todesbedrohtheit des Seins. Doch mit seiner durch trennaktive Urscheidung erfolgenden Selbstverwerfung zum Nichtsein wird ja der elementare die Welt grundlegende Unterschied wieder neu hergestellt. Das Universum erhält damit seine bestandsnotwendige Rückkoppelung. Über die Binarität des Nichts und Seins begründet und sichert sich das Dasein sein lebendiges Sein auf Ewigkeit. An diesem Schöpfungsgericht nimmt absolut alles teil, und verdankt ihm sein Dasein. Von daher kommt es, dass auf der Zeitwelt-Kehrseite für das Nichts zu ewigem Nichtsein gestorben werden muss, damit dann am Schluss auf der Ewigkeits-Kehrseite für das Sein zu ewigem Dasein gelebt werden kann.

 
 

LEBENDIGER  (001, 051, 052, 059, 111)    >>>    ^ 

 

 

Wo sich Anfang und Ende der Zeitwelt zu einer überzeitlichen Selbstschnittstelle schneiden, an dieser Stelle ist dann notwendigerweise eine nullpunktuelle Vergegenständlichung der Zeitwelt gegeben. Weil Anfang und Ende jeweils nur durch einen universalen Impuls eintreten können, ist die Selbstschnittstelle als Impulsgeber Person,  bzw. eben universales, menschlich handlungsfähiges Selbst. Als Universum in Person endet und beginnt bei ihm alles in Gestalt eines Kreislaufes.  

Indem Anfang und Ende dessen unterscheidbare Gegensätze sind, bilden sie im alles vergegenständlichenden universalen Selbst seine personalen Selbst-Gegensätze für eine eben nur personal zu vollziehende Kreisfunktion. Innerhalb des Selbst gibt es so ganz systemisch ein uranfängliches selbst-erkenntnisloses Nichtselbst und polar dazu ein beendigendes selbst-erkanntes Selbst (024, 057, 061 = Nichtselbst-Anfang und Selbst-Ende). Diese Bewegung vom Anfang bis zum Ende beinhaltet zum Naturgesetz, dass sich der Weltanfang auf sein Ende hin wandeln muss. Vergleichbar in etwa mit einem anfänglich unerfahren unwissenden Säugling und dem schließlich erfahrenen weisen Alten. Der Wandel wiederum lässt den Säugling vergehen sowie den Alten werden. Obwohl hier beide die identische Person, unterscheiden sich doch Säugling und Alter zu personalen sich abstoßenden Gegensätzen. Denn kein Erwachsener will da unter normalen Umständen wieder in den Zustand eines Säuglings zurückversetzt werden, wo man mühsamst erneut bei Null beginnen müsste. Und so ist es auch das selbstliche Ende, das den nichtselbstlichen Anfang von sich stößt. Denn der bekommt ja in der in eins fallenden Schnittstelle Zugriff auf das selbstliche Ende, was die Urscheidung auf den Plan ruft.