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DAS   THOMASEVANGELIUM

SPRÜCHEKATEGORIE  5

THOMASTEXT      INRI      ZENTRALFAKTUM      STICHWORTEXEGESE      EINFÜHRUNGSKURS

ZIEL       BEFÄHIGUNG       ANFORDERUNG       BEWAHRUNG       LOHN

 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Wort zum Lohn

Bestimmte persönliche Befindlichkeiten oder situative Lebensumstände behindern oder fördern einen jeden auf dem Selbst-Findungsweg zur Allspiegelung im Zentrum von einem selbst. Als jenes von Jesus gesetzte Ziel ist es zugleich auch der Lohn für alle damit verbunden gewesenen Anstrengungen und Entbehrungen. Deswegen ist es ganz gut und hilfreich, vorab seine individuellen Eigenarten mit den gesellschaftlichen Einbindungen zu erkennen, die auf dem je persönlichen Weg zum Selbst behindern oder fördern. Das schließlich zu guter Letzt im innersten Grund von einem selbst zum Ziel gefundene Selbst, ist der alles überstrahlende und den Tod überleben lassende Lohn. Womit sich für einen jeden an seinem Ort und zu seiner Zeit bei der Umschaltung von der Zeitwelt auf die Ewigkeitswelt der so genannte "Kreis des Seins" schließt. Denn linear ist die Zeitwelt nur in unserem immer nur ausschnittsweise arbeiten und denken könnenden Bewusstsein. Mündet das konkrete Ende der Zeitwelt wieder in ihren Anfang,  so ist damit auch schon wieder die Zeit bei ihrem Ursprung zur Nullpunktualität angekommen. Die ohne ihr Selbst nur selbst-lose Zeitwelt hatte ihren vergänglichen Lohn während ihres Seins innerhalb ihres abgelaufenen Vollzugs. Dagegen hat nun die im Selbst personifizierte Ewigkeitswelt ihren unvergänglichen Lohn während ihres Seins innerhalb ihrer nicht ablaufbaren Vollzogenheit.

 
 

 

 

001) Dies sind die geheimen Worte, die "Jesus der Lebendige" sprach, und welche Judas Thomas - genannt Zwilling - aufgeschrieben hat. Und Jesus sprach: Wer die Bedeutung dieser Worte versteht, der wird den Tod nicht schmecken.  Anforderung und Lohn

002) Jesus: Wer sucht, der wird finden. Wer an das Innere pocht, dem wird geöffnet. Wer sucht, der suche weiter, bis er findet. Wenn er findet, wird er entsetzt sein, und wenn er entsetzt ist, wird er sich wundern. Über das All wird er herrschen und Ruhe finden.  Anforderung und Lohn

Gemeinsamer Nenner:

Die Selbst-Gefundenheit ist absolut erschütternd, und doch zugleich auch beseligend und heiligend. Die da eintretende innere Ruhe ist so gewaltig wie ein Orkan. Das Innen wird nach Außen gekehrt, so dass im Finder eine Spiegelung des Alls erfolgt. Damit verbunden ist die reflexe Erkennung des universalen Selbst.

Jesus verheißt das ewige Leben demjenigen, der über die Findung des Selbst mit dem Universum fusioniert, und so an ihm seinen unvergänglichen Anteil erhält (002). Doch wird nur der, welchem darüber hinaus noch die Vereinheitlichung gelingt, in der Lage sein, Jesu unerklärt gelassene Worte und Sinnbildlichkeiten richtig auf die Reihe zu bringen, und sie erklärend darzulegen (001).

Entscheidend für das Überleben im Herrn ist aber lediglich der Selbst-Empfang. Mit dem überzeitlichen und die Urscheidung der Zeitwelt einleitenden Anruf des Herrn wird die Selbstabspaltung allen Daseins bewirkt. Damit geht die identische Zeitwelt einerseits komplett mit ihrer Abgelaufenheit zum Nichtsein unter. Doch andererseits ist sie im überlebenden Herrn komplett zum Dasein gerettet. Es ist sicherlich eine besondere Auserwählung des Herrn, wem bei seiner Selbst-Suche Erfolg beschieden ist. Jedoch wird von ihm durchgehend die Mitwirkung verlangt. Sie gipfelt ja in der zu erbringenden geistseelischen Selbstentleerung, als einem Nervenzusammenbruch unter Wegfall aller die Person zusammenhaltenden Sicherungen.

Erst dann ist die geistseelische Öffnung ermöglicht, in deren Verlauf mit der lobenden Anrede Gottes, quasi in Geist und Wahrheit, das Selbst bei einem eintreten kann. (= Joh 4,23 / 4,24). Der Betreffende erlebt bei sich einen dimensionalen Zugewinn, der ihn quasi aus der personalen Eindimensionalität in die Zweidimensionalität befördert (002). Alleiniger Inhaber der personalen Drei- und Vierdimensionalität ist der Herr selbst (= Symbol: der Kreis im Dreieck oder sehr viel besser umgekehrt: das Dreieck im Kreis, vgl. INRI! = die drei räumlichen Ausdehnungen als Dreieck oder Pyramide, mit viertens dem Kreis für die Zeit als dem Vollzug).  

 
 
 

 

018) Die Schüler baten Jesus: Sag uns doch, wie unser Ende ist! Jesus aber sprach: Habt ihr denn schon den Anfang entdeckt, dass ihr nach dem Ende fragt? Denn wo der Anfang war, da wird das Ende sein. Selig, wer im Anfang steht! Denn er erkennt das Ende, und wird den Tod nicht schmecken.  Ziel und Lohn

019) Jesus sagte: Selig, wer war, bevor er wurde! Wenn ihr mir folgt und auf meine Worte hört, dann dienen die Steine hier euch. Denn ihr habt fünf Bäume im Paradies, die kein Sommer und kein Winter bewegt und deren Blätter nicht fallen. Wer sie kennt, der wird den Tod nicht schmecken.  Ziel und Lohn

Gemeinsamer Nenner:

Jesus bezieht sich hier wieder auf die überzeitliche Selbstschnittstelle der Zeitwelt. Nur wer ihn zu sich für den Selbst-Empfang aufgenommen hatte, der könnte des Weiteren im Wege der hochzeitlichen Vereinheitlichung zum final-kausal allmächtigen Selbst des Daseins werden.

Alles was einen Anfang hat, muss auch wieder ein Ende nehmen, weil es grundsätzlich den Anfang immer nur unter der Voraussetzung eines ihn beginnen lassen könnenden Endes geben kann. Und dass das Ende auf dem Anfang beruht, ist müßig zu erwähnen. Bei dieser offensichtlich wechselseitigen Bedingung der Bewegungsenden ergibt es sich, dass sich die beiden in einem gemeinsamen Punkt schneiden müssen. Dieser wird damit zur vereinheitlichten Selbstschnittstelle einer so von Anfang bis Ende kreisförmig verlaufenden Zeitbewegung. Indem Anfang und Ende des Kreises in eins fallen müssen, gibt es mit solchem Punkt ein die überzeitliche Schnittstelle vergegenständlichendes Selbst (018).

Dieses überzeitliche Selbst existierte dann natürlich auch schon bevor es zeitlich wurde. Denn das Ende wird ja aus dem Zeitweltlauf heraus durch die geistseelische Vereinheitlichung eines ihrer Menschen herbeigeführt. Die Verkörperung der Selbstschnittstelle bedeutet zugleich den auf den Punkt gebrachten Besitz des kompletten Kreislaufs, der ergo zur Nullpunktualität besteht (019). Wie das alles möglich sein kann? Der Geist regiert die Welt und nicht die Materie!

 
 
 

 

022) Jesus sah, wie Babys die Mutterbrust bekamen. Da sprach er zu seinen Schülern: Diese Säuglinge gleichen denen, die ins Reich kommen. Sie fragten ihn: Indem wir also uns klein machen, kommen wir ins Reich? Jesus aber sprach zu ihnen: Wenn ihr aus zwei eins macht; wenn ihr das Innere wie das Äußere, das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere macht; wenn ihr Mann und Frau vereinigt, so dass der Mann nicht Mann und die Frau nicht Frau bleibt; wenn ihr mit neuen Augen seht, mit neuen Händen handelt, mit neuen Füßen geht und ein neues Bild aus euch macht – dann kommt ihr ins Reich.  Anforderung und Lohn

096) Jesus: Das Reich des Vaters gleicht einer Frau. Sie nahm etwas Sauerteig, tat ihn ins Mehl, und machte große Brote daraus. Wer Ohren hat zu hören, der höre.  Lohn

Gemeinsamer Nenner:

Die Selbst-Werdung ist ein zeitweltlicher Prozess, welcher in den entscheidenden Momenten durch Selbst- und Weltentsagung gekennzeichnet ist, und zuletzt in die Vereinheitlichung mündet.

Das Reich ist das das Universum personifizierende Selbst. Und in der Zeitwelt gibt es für die Aufnahme in das Reich lediglich zwei Möglichkeiten. Die sind erstens das Selbst zu finden, und zweitens das Selbst zu werden. In beiden Fällen geht das nur mit einer geistseelischen Selbsterniedrigung. Bei der Selbst-Findung  ist das also die psychodramatische Selbstentleerung, während es bei der Selbst-Werdung die aushauchende Selbst-Hingabe des zuvor schon mit Jesus Fusionierten an Christus ist. Denn nur über solches Beisein Jesu ist eine aushauchende Hingabe an einen anderen Hochzeitspartner überhaupt erst möglich. Beim Ausgehauchten bringt die zusammen mit Jesus erfolgte Vereinheitlichung den ganzheitlich Mann und Frau seienden kosmischen Menschen (022).

Dadurch, dass der andere Partner noch ohne Selbst-Besitz ist, wurde eine dem Selbst entgegenstehende Person in die Selbstschnittstelle miteinbezogen. Sie wird von daher naturgemäß am Selbst zum Nichtselbst. Ermöglicht war so eine Rahmenhandlung, wie sie in der rein symbolischen biblischen Paradiesgeschichte erstaunlich gut dargelegt wurde. Denn ohne solch konkrete Rollenverteilung könnte von einem einzelnen Menschen die Systematik der Rückkoppelung des Daseins niemals bewältigt werden.

Dies ist das phänomenale Ergebnis einer aus kleinsten Anfängen in der Zeitwelt gestarteten Selbst-Suche, die zunächst zur Findung des Selbst führte, und im weiteren Verlauf durch Vereinheitlichung in die Selbstschnittstelle der Zeitwelt zum gewordenen Selbst des Universums (096).

 
 
 

 

077) Jesus: Ich bin das Licht über allem, und das All bin ich. Aus mir ist das All hervorgegangen, und alles ist bei mir angekommen. Spaltet das Holz – ich bin da! Hebt einen Stein auf – ihr findet mich!  Ziel und Lohn

080) Jesus: Wer die Welt erkannt hat, der hat nur den Leib entdeckt. Wer aber den Leib entdeckt hat, der steht der Welt vor.  Ziel und Lohn

081) Jesus: Wer wahrhaft reich geworden ist, der soll herrschen, und wer die Macht erlangt hat, der soll sie aufgeben.  Ziel und Lohn

Gemeinsamer Nenner:

Das Selbst verkörpert das Universum. Abgesehen von den Lebzeiten Jesus gibt es das Selbst in der Zeitwelt nur noch durch Vereinheitlichung zu deren überzeitlicher Selbstschnittstelle. Auf sie beschränkt sind damit die Macht und der Reichtum des Selbst.

Das All kann in seiner ungegenständlich machenden Totalsingularität im Grunde genommen nichts anderes sein, als auf den Punkt gebrachter raumzeitloser Heiliger Geist. Doch die menschliche Teilhabe am Universum durch eine Auffindung des Selbst in sich selbst, macht aus einem vormals Armen einen Reichen. Der Reichtum ist nun zunächst noch gemäß dem Heiligem Geist von verborgener geistseelischer Natur. Aber in der Ewigkeitswelt ist es die geistseelische Fähigkeit, welche das Ausmaß all der verwirklichbaren Möglichkeiten bestimmt, wodurch dann der Reichtum sichtbar werden wird (081).

Indem Anfang und Ende der Zeitwelt  in einem Punkt zu ihrer Schnittstelle in eins fallen müssen, gibt es hier ein Selbst der Zeitwelt. Dementsprechend beginnt in ihm absolut alles, um in ihm auch wieder zu enden. Und dadurch, dass die Schnittstelle den kompletten Kreis umfängt, ist das Selbst auch als Selbst in jedem Raumzeitpunkt des Alls vorhanden (077). Aber eben nicht ganzheitlich personal, sondern immer nur unpersonal partiell, und damit nicht eigentlich. Denn wie einem jeden klar ist, wird man bei einer Spaltung von Holz oder durch das Umdrehen von Steinen das Selbst nicht finden können. Will man also das universale Selbst personal erfahren, so geht das stets nur über Geist und Seele mit einer weltloslassenden Selbstentleerung plus wahrer Anbetung.

Das vereinheitlichte Selbst der Zeitwelt zu sein, bedeutet über die Verkörperung ihrer Selbstschnittstelle zugleich die Vergegenständlichung des Ganzen. Der Selbst-Gewordenheit entspringt dabei die entsprechende Selbst-Erkennung. Der sich hier zu der "neuen Welt" (= der Leib) erkennt, hat damit nicht automatisch seinen mit der Vereinheitlichung verbunden Tod erkannt. Erst beim Übertritt aus dem Sein in das kehrseitige Nichts und im Wege der menschlichen Rollenverteilung bekommt so das Selbst über das Nichtselbst seinen Tod gespiegelt. Denn das Nichtselbst ist als die Zeit-Leiche der personifizierte Tod. Das ruft unmittelbar den Betreffenden in die Selbst- und Weltverantwortung des Ersten und Letzten, die mit der zur Vereinheitlichung polaren Urscheidung vollzogen wird (080)

Erst danach vermag sich das Selbst zum allmächtigen Herrn des Universums zu erkennen und zu sprechen. Doch mit dem erforderlichen Wiedereintauchen des Herrn in die Zeitwelt beim Verlassen der Selbstschnittstelle, - zu einer hierdurch eng befristeten Restzeit der Zeitwelt - ist von ihm wieder alle Macht und Herrlichkeit aufzugeben. Denn der Zeitwelt ist ja durch die Urscheidung ihr bis zum tatsächlichen Ende währender Gang unabänderlich vorgegeben. Das Selbst in seiner Eigenschaft des Herrn des Universums, ist ergo in der die Urscheidung seienden Zeitwelt systemisch auf die Selbstschnittstelle und ihre Nullpunktualität festgelegt (081).

 
 
 

 

017) Jesus: Ich gebe euch, was kein Auge je gesehen, was kein Ohr je gehört und was keine Hand je berührt hat – was in keines Menschen Herz je aufgestiegen ist!  Ziel und Lohn

108) Jesus: Wer von meinem Mund trinkt, der wird wie ich, und ich selbst werde er, und das Verborgene wird ihm offenbar.  Anforderung und Lohn

111) Jesus: Auch wenn Himmel und Erde untergehen – wer aus dem Lebendigen lebt, der empfindet weder Tod noch Furcht. Denn wer sich selbst findet, der ist über die Welt hinaus.  Anforderung und Lohn

Gemeinsamer Nenner:

Es geht um das lebendige Selbst des Universums. Nur in beständiger Hinwendung zu Jesus wird man es am Ende in sich selbst finden können. Denn Jesus ist der Mittler des Vaters auf dem Weg zu ihm. Nur wer es in sich selbst findet, der kann sich selbst und das All erkennen, was ihn seinen zeitweltlichen Tod überleben lässt.

Die heiligende und beseligende Allspiegelung der Selbst-Gefundenheit übersteigt alles um ein vielfaches, was die Zeitwelt aus sich heraus an positivem Erlebnispotenzial zu bieten hat (017). Die Findung und der Empfang des Selbst bringt die fusionsgemäße Angleichung an Jesus, und damit die direkte Nachfolge Jesu Christi, sowohl in persönlicher als auch in schicksalsbezogener Hinsicht (108). Das Selbst wiederum bildet in der Zeitwelt den fundamental unzerstörbaren Kraftspeicher und ist eine Art Immunisierung, die jeden Selbst-Gefundenen in seiner noch verbleibenden Zeit hilft, über alles relativ gut hinwegzukommen (111).

 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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