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DAS   THOMASEVANGELIUM

INRI

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Mit dem Phänomen Jesus Nazarethanis Rex Judeorum ( = INRI = Jesus von Nazareth König der Juden ) ließe sich ein umfangreiches Psychogramm ( = grafische Darstellung, welche die Eigenschaften und Fähigkeiten einer Persönlichkeit aufzeigt ) erstellen. Und seine Überschrift müsste dann so lauten: "Der Mensch der absoluten Ausnahme".

 
 
 

 

Fast alle Lebensbereiche scheinen vom Bilde Jesu Christi betroffen zu sein. Doch interessiert uns hier nicht Jesu herausragende Menschlichkeit, samt dem dabei von einigen seltsamen "Genies" bei ihm erkannten grundgelegten Sozialismus oder gar Kommunismus. Uns geht es hier auch nicht um Jesu parapsychologische Kräfte und seine Medialität, mittels deren er seine aufsehenerregenden Machttaten vollbrachte. Bezeichnenderweise finden sich in den Sprüchen des Thomastextes keine Berichte und Begebnisschilderungen über Heilungen oder anderweitigen Eingriffen in das Naturgeschehen. Thomas hatte lediglich die in 001 als geheim - bzw. vermittlungsbedürftig - ausgewiesenen Worte Jesu aufgeschrieben. Als wohl ursprünglichste Überlieferung Jesu zentralen Anliegens an die Menschheit, sind sie wohl am ehesten zur Erklärung von Gestalt und Wesen des INRI-Phänomens geeignet. Der Thomastext lässt im Vergleich zu den kanonischen Evangelien alles rund um die Historie, um Geschichten, Wundertaten, Kirche und Religion vermissen. Ein jegliches an Drumherum, was wie bei den neutestamentlichen Evangelisten effektiv Aufklärung und Botschaft verwässert und vernebelt, ist dort in weiser Beschränkung auf das Allernotwendigste weggelassen worden.

Das tatsächliche Christusphänomen geht nun über das was von den Konfessionen bisher erkannt, anerkannt und gelehrt wurde weit hinaus. Denn die Kirche hat Jesu Kosmologie nicht nur nicht verstanden, sondern sie auch unter Hinweis auf einen abzulehnenden Pantheismus ( = Gott existiert in allen Dingen der Welt ) von Beginn an vehement bekämpft. Und das, obwohl es Allen zu allen Zeiten immer höchst gegenwärtig war, dass man trotz Jesus Christus in Bezug auf Gott und das Universum nur über ein äußerst begrenztes Wissen verfügt. Schließlich spricht die Bibel unübersehbar immer wieder vom Geheimnis Gottes und Christi, das deswegen auch nicht in der Heiligen Schrift gelüftet sein kann. Die konfessionellen Verachtungen des Thomastextes beruhen nun - von der koptischen Kirche einmal abgesehen -  in erster Linie auf jenem in ihm anzutreffenden Pantheismus. Doch ist Pantheismus nicht gleich Pantheismus, wenn sich wie beim Thomas-Jesus das All in einer menschlichen Gestalt widerspiegelt, anstatt sich wie in den pantheistischen Religionen auf die bloße Natur sowie die Transzendenz zu beschränken. Ganz unvermittelt taucht aber auch im NT der pantheistische Jesus auf, und wird so für viele Konfessionelle erhoffter Lichtblick oder aber auch verwunschenes Ärgernis:

 
 

 

Eph 1,10

damit es ausgeführt würde in der Fülle der Zeiten: alles unter ein Haupt zu bringen in Christus, was im Himmel und was auf Erden ist, in ihm.

 
 

 

War der Verfasser dieses Verses nun ein armer Irrer und Ketzer, gegenüber einem Heer von Weisen. Oder war er nun ein Weiser in einer großen Heerschar von geistig minderbemittelten Irren und Ketzern? Diese Frage kann sich heutzutage ein jeder selbst stellen, sowie auch für sich selbst beantworten. Auf jeden Fall schlug man bereits zu Apostelzeiten immer wieder mal einen vielsagenden Bogen zum Thomas-Jesus. Was also Jesus von Nazareth erst so richtig zu einem einmaligen und unwiederholbaren Phänomen der Weltgeschichte macht, das ist sein bei Thomas geäußerter All-Anspruch parallel zur Singularität und Totalität des Vaters. Zwar gab und gibt es immer wieder einige Verwirrte, welche für sich Göttlichkeit und Gott beanspruchen. Doch das Universum in Person zu sein, so verrückt war und wird wohl keiner jemals sein, etwas derartiges zu verkünden. Vielleicht, weil um das Universum auf sich beziehen zu können, es eines weiten spirituellen Horizontes bedarf, den der normalsterbliche Wirrkopf bei seiner Durchschnittlichkeit und Alltäglichkeit nun mal nicht zu bringen vermag. Und "Gott" war ja schon immer ein in aller Munde seiender Allerweltsbegriff gewesen, welcher damit von jedem Irren für sich zu benutzen war und ist. Jesus dagegen brauchte sich bei seinen überragenden Qualitäten zu keinem Zeitpunkt als Gott den Herrn auszugeben, um seine absolute Ausnahmestellung der bleibenden Einmaligkeit in dieser Welt zu unterstreichen.

Wer würde nicht gerne Jesus einmal selbst sprechen hören und ihn selbst erleben wollen, um sich ein eigenes Bild von ihm machen zu können? Also bewahrheitete sich bis dato, was Jesus nachstehend in Lauterkeit ohne Übertreibung von sich selbst kund tun durfte:

 
 

 

Tho 038

Oftmals habt ihr danach verlangt, diese Worte zu hören, die ich euch sage. Keinen anderen werdet ihr finden, sie von ihm zu hören. Es werden aber Tage kommen, wo ihr mich sucht und nicht finden werdet.

 
 

 

Keiner wird am Ende sagen können, er hätte keine Chancen gehabt Jesus zu suchen und zu finden. Jeder erhält seine Chance zum Naturgesetz. Konnte oder kann er sie nicht erkennen und für sich nutzen, so hat er sich das selbst zuzuschreiben. Denn grundsätzlich dient ein jedes Übel der Welt  dazu, sein zum Tod führendes Dasein zu hinterfragen, und sich dem Lebensangebot Gottes zuzuwenden ( = Theodizee ). Auch wird sich keiner bei der systemischen Übermächtigkeit des Übels damit herausreden können, dass es ihm am notwendigen Elend und an Pein zum Anstoß gefehlt habe. Der mit dem Zeitwandel einhergehende Verlust an sich ( = Jugend, Gesundheit, Angehörige, usw. ) ist ja unser täglicher Begleiter bis zu unserem jeweiligen zeitgemäßen Ende.

 
 

 

Lk 10,24

Denn ich sage euch, viele Propheten und Könige wünschten zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Tho 077

Ich bin das Licht über allem, und das All bin ich. Aus mir ist das All hervorgegangen, und alles ist bei mir angekommen. Spaltet das Holz – ich bin da! Hebt einen Stein auf – ihr findet mich!

 
 

 

Man sollte am Gehalt dieser unvergleichlichen Worte Jesu erkennen, dass um solch anscheinend Irrsinniges von sich sagen zu können, weitaus mehr als Verrücktheit erforderlich ist. Es gab nun tatsächlich bis in die Gegenwart außer Jesus Christus niemanden, der allen Ernstes von sich behauptete, das Licht der Welt zu sein, oder mehr noch: das Licht über allem, oder gar das Universum in Person. War nun Jesus größen- bzw. allwahnsinnig, oder war er tatsächlich der und das, was er zu sein beanspruchte, weil man so was Unüberbietbares ja nur unter der Voraussetzung einer realen Gegebenheit sagen kann?

Wie wir gesehen haben, käme der Verrückteste nicht auf die Idee das All sein zu wollen. Denn das gliche einem Offenbarungseid, indem man dann ja überall wäre und somit effektiv nirgends. Der Irre will schließlich die Welt im Abstand von ihr von einem sicheren Standort aus beherrschen, sie aber nicht standortlos selbst sein, weil ihn dann seine Machtausübung direkt selbst betreffen würde, was ihm wiederum nachhaltig seine Lust an der Macht vermiesen würde. Deswegen sagt der von sich, er sei (nur) Gott mit einem zu ihm ganz verschiedenen Welt-Anhängsel, entsprechend seiner Wunschvorstellung, als der von einer Allmacht ohne irgendeine Rechenschafts- geschweige denn Selbstverantwortungspflicht. Demzufolge haben nach seinem Willen Gott und Weltall zwei verschiedene Dinge zu sein. Getreu dem Motto: dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Würde man aber dem Irren samt seiner verqueren Weltreligion klar machen können, dass Gott und das Universum  notwendigerweise deckungsgleich sein müssen, und er nun als Gott und Welt in einer Person, die Verantwortung für das All und damit eben für sich selbst zu übernehmen habe, käme ihm höchstwahrscheinlich die Einsicht in seinen Irrtum sehr schnell und sehr gründlich.

Bei der Frage, wie denn die Verantwortung für das All auszusehen hätte, richtet sich zwangsläufig der Blick auf die Allgerechtigkeit. Sie bedeutet ganz stark verkürzt, dass jedem das Seine seiner Natur, seinen Anlagen und Möglichkeiten entsprechend zusteht. Dann hätte sich der All-Seiende im Rahmen seines Seins als Selbst und All mit seiner ganzen Macht für die Verwirklichung dieses Vollendungsanspruchs aller einzusetzen. Dies bedeutete nun keine weltfremde Gleichmacherei, sondern ginge auf alle Unterschiede im Sein der Dinge und Lebewesen ein, und bestätigte sie. Nur dass dabei allem Daseienden seinem Potenzial gemäß zur Gänze entsprochen würde. Konkret hieße das, dass da absolut alles Leben von der Mikrobe bis hin zum Menschen seine Perfektion zur Vollendetheit erhielte. Mehr wäre sicherlich nicht machbar, und weniger wäre auch nicht wünschenswert. Denn Perfektion zur Vollendetheit ist das Ideal schlechthin, und bedeutet praktisch für ein jegliches die beseligende Selbsterfüllung, was naturgemäß nicht weiter steigerungsfähig sein kann, und damit Anspruch auf Verewigung besitzt.

Wer das Universum spiegelt, der gerät zum Naturgesetz in die Allverantwortung, und wird damit für die Dauer seines restzeitlichen Lebens prinzipiell aller bisherigen Leichtigkeit des Seins beraubt sein. Das All verlangt von seinem Spiegler, im Rahmen seiner spiegelungsweisen Allausdehnung die Allverantwortung zu übernehmen und auszuführen. Gemeint ist hier also die Pflicht zur perfektionsbringenden Selbstvollendung, um eben hiermit auch gleich allem im All Daseienden die Perfektion zur ewigen Vollendetheit mitbeschert zu haben. Denn in der Zeit kann stets nur ein ablaufgemäß unfertiges und damit natürlich auch unvollkommenes Universum ( = Leiche ) zur Vergänglichkeit von allem gespiegelt werden. Von daher muss mit der raumzeitlichen Allspiegelung zwangsläufig ein unmittelbar wirksam werdender Bedarf an Selbstvollendung einhergehen. Wie nun diese Aufgabe vom All-Spiegler zu bewältigen sei?  Ein kurzer Blick in die Johannesoffenbarung gibt da den erhellenden Aufschluss:

 
 

 

Offb 5,6 /  5,9 /  5,12 /  13,8

Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt über die ganze Erde (Allausgedehntheit). Und sie sangen ein neues Lied: Würdig bist du, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu brechen; denn du bist geschlachtet worden und hast für Gott mit deinem Blut [Menschen] erkauft aus allen Stämmen und Zungen und Völkern und Nationen. Die sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lobpreisung! Und alle Bewohner der Erde werden es anbeten, deren Namen nicht geschrieben sind im Lebensbuche des Lammes, das geschlachtet ist, von Grundlegung der Welt an. (nochmals! Allausgedehntheit = Geschlachtetheit, und seit Weltgrundlegung = seit der Urscheidung!)

 

 

Die Anbetung erfolgt im Rahmen der entweder bereits schon individuell zeitlich zugetragenen, oder aber erst bei Zeitweltende allgemein eintretenden Selbst-Findung. In beiden Fällen bedeutet der Selbst-Empfang sozusagen die Eintragung in das Lebensbuch des Lamms. In der totalen Summe haben dann alle angebetet, womit dann auch alle quasi in das Lebensbuch eingetragen sind! Die Würde des Lamms ist die Würde des durch sein Selbst-Opfer sich und das All vollendet habenden Selbst!

Dass die Selbstvollendung des zum überzeitlichen Selbst gewordenen All-Spieglers nur über seine Schlachtung zu leisten ist, das ergibt sich als bittere Konsequenz daraus, dass Adam nach der Urscheidung das überzeitliche Zentrum der Zeit zum Wiedereintritt in die Zeit für den Fortgang der noch verbleibenden Zeit ( = letzte Zeit ) verlassen muss. Und da die Zeit nun einmal wesentlich ablaufgemäße Aneinanderreihung aller ihrer Momente ist, hat sie auch alle ihre Momente zu einem Werdungsprozess auseinander. Von daher kommt ihre Tödlichkeit zur Leiche, die alles sofort entsprechend aufspaltend erfasst, was mit ihr in Berührung kommt, einschließlich ihres in sie eintretenden lebendigen Selbst. Jedoch wird dann im Gegenzug die Selbstvollendung des Geschlachteten - als die verbliebene Restzeit - dem All mit seinem biologischen Ende die noch fehlende Vollendung ( = bei der Menschheit die Selbst-Findung bzw. der Selbst-Empfang ) zur zeiterfüllten Allherrschaft bringen ( = symbolisch: die Erkaufung aller durch das Blut des Lamms ).

 
 

 

Mt 25,34

Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt!

Apg 2,2 /  2,3 / 2,4 

Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und es erfüllte das ganze Haus, worin sie alle saßen. Und es erschienen da Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und fingen an in andern Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.

 

 

Die Selbst-Findung ist Selbst-Empfang, und besteht konkret in einer geistseelischen Spiegelung des Alls, wobei mittels personaler Reflexion die überlebensspendende Selbst-Erkenntnis bewirkt wird. Mit der Allspiegelung erzeugt sich ein tatsächlicher dimensionaler Zugewinn. Er macht aus der zuvor personalen Eindimensionalität so eine Zweidimensionalität, welche eine Veränderung zum neuen Menschen mit einer Teilhabe an der universalen Person Gottes bringt. Da sie aber in der Zeit nicht gehalten werden kann, ist nur von sehr kurzer Dauer, und versteht sich so als eine Art Einschreibung in einer Art Lebensbuch. Schließlich ist ja das All zugleich als totaler Raum auch die totale Zeit, sodass sich das Universum in der Zeit vom Menschen sein Selbst wieder von selbst zurückholt. Auch befindet man sich ja "nur" an einem Punkt in Raum und Zeit, weswegen der zeitkennzeichnend physiologisch erzwungene Schlaf die Allspiegelung zu einer dadurch vergangenen Selbst-Station unterbricht. Insoweit endet dann bei der Selbst-Gefundenheit mit der Entschwundenheit der Allspiegelung zugleich auch die damit nicht zur Ausführung gekommene Allverantwortung.

Ganz anders sieht es bei der schnittstellengemäßen Vereinheitlichung aus. Hier ist der vormals Selbst-Gefundene mit seiner hochzeitlichen Selbsthingabe an Partner und All zum Selbst des Universums geworden. Zugleich damit verbunden ist - im Rahmen der hier erfolgen müssen Rückkoppelung des weltgrundlegenden Unterschieds per Urscheidung - ein absoluter Allverantwortungszwang, wobei aber die hierfür benötigte Allmacht bereit steht. Mit ihrem vollendungsgemäßem Gebrauch werden Anfang und Ende der Schöpfung per Urscheidung im identischen Rückkoppelungskreislauf von Anfang bis Ende voneinander getrennt. Aus diese Weise wird der so zum Herrn über sich selbst und das Universum Gewordene - als von da ab das All in Person - seiner Allverantwortung zur Gänze gerecht. Doch gehört das Selbst im Prinzip keinem einzelnen Menschen sondern dem All als Ganzen, weshalb der Allmächtige der Welt im Rahmen seiner Allmacht sowie in Wahrnehmung seiner Allverantwortung sein Selbst für die Dauer seines restzeitlichen Daseins zurückzugeben hat. Denn die Überzeitlichkeit befindet sich ja als das Zeitzentrum zum Anfang und Ende der Zeit, damit folglich inmitten der Zeit. Jedoch wird Adam mit seinem biologischen Zeitende - als dem gleichzeitigen Ende seiner zeitbedingten Zerrissenheit ( = zeitliches Auseinandersein des überzeitlichen Selbst-Seins = zeitlich anhaltender Verlust seines Selbst = Geschlachtetheit zum Lamm ) - seine Selbstvollendung erreicht haben, sowie damit auch das Universum als Ganzes samt allem was in ihm ist, gemäß.

 
 

 

Eph 1,10

damit es ausgeführt würde in der Fülle der Zeiten: alles unter ein Haupt zu bringen in Christus, was im Himmel und was auf Erden ist, in ihm.

 

 

Für Jesus - als die in der Zeit längerfristige Verkörperung von Selbst und Adam als sogenannter Sohn - musste daher vorgenannter Selbst- und Identitätsverlust des Vaters (nochmals! = der Zeiteintritt des Vaters bedeutet bei dessen Überzeitlichkeit seine Zerreißung = alle Momente des überzeitlich nullpunktuellen Selbstseins zeitlich und räumlich unendlich weit auseinander haben = Ohnmächtigkeit eines Opferlamms!) ein zwingendes Vorbild und Verpflichtung sein. Auch wer wie Jesus in der Zeit mit dem Selbst identisch ist, und hier sein Selbst aufgrund der zum universalen Vater bestehenden personalen Deckungsgleichheit bei dessen restzeitlichem Selbst-Verlust entsprechend zu opfern hat, kann das nur in umgekehrter Weise zum überzeitlichen Vater tun, das heißt in einer gewaltsamen Weggabe seines zeitweltlichen Lebens als Zeitaustritt vollziehen.

 
 

 

Joh 5,19

Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut dann in gleicher Weise auch der Sohn.

Das Phänomen des Jesus von Nazareth besteht von daher aus der Sicht des Vaters in dieser bedingungslosen Treue. Denn sie beweist ebenbildliche Nachfolge im Rahmen der von ihm mitgetragenen Allverantwortung, und rechtfertigt seine auch an dieser Stelle vorgenommene Verherrlichung.

Die Allverantwortung bedeutet zusammenfassend, dass ergo vom Selbst für ein jeglich Daseiendes sein Bestes anzustreben und zu verwirklichen ist. So etwas ist - wie zuvor schon beschrieben wurde - nur in einer zeitlichen Allausgedehntheit des überzeitlichen Selbst des Daseins möglich, in welcher der Herr um ein jegliches ergreifen zu können gemäß Tho 030 an jedem Ort und zu jeder Zeit vertreten zu sein hat. Und indem sich der Herr seit der überzeitlichen Urscheidung mittels des zeitlichen Pfingstereignisses in der dafür einzig möglichen Form: des Heiligen Geistes, über alle Zeit und allen Raum hinweg ausgebreitet befindet, ist zum Naturgesetz außer Sohn und Vater keine weitere Selbst-Werdung in Zeit und Welt mehr möglich. Das Erleben des Herrn von Angesicht zu Angesicht wird von daher zu einer Sache der Ewigkeitswelt, indem mit der Selbstvollendung des Herrn das All samt allem was in ihm ist, seine Mitvollendung erhält.

Offb 19,6

Und ich hörte wie die Stimme einer großen Menge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie die Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, ist König geworden!

Entsprechend der zur Vollendung von Selbst und All erforderlich gewesenen Allausgedehntheit, die Gott den Herrn für die Dauer der Urscheidung quasi zum  Lamm (= Agnus dei) degradierte, ist mit seinem biologischen Ende das Ende seiner weltzeitlichen Degradierung gekommen. Der Herr, als das ab da vollendete Universum in Person, wird von eben diesem kosmischen Zeitpunkt an in Ewigkeit das göttliche Haupt bzw. der König allen Seins - bzw. eben dieses von ihm verkörperten Universums - sein.

1 Kor 13,12

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.

Was hier zum Ausdruck gebracht wird, das ist die Selbst-Findung zum Selbst-Empfang, wie wir sie schon von Tho 003 her kennen. Sie wird von den Aposteln nicht näher ausgeführt, zeigt uns aber, dass deren an anderen Stellen geäußerter dogmatischer Antignostizismus eine Farce darstellt. Im Vers wurde aber richtig erkannt, dass die in der restlichen Zeit von allen andern infolge übermächtig allwirksamer Widrigkeiten nicht zu erreichende Selbst-Findung, ihnen mit der Selbstvollendung des Herrn - bzw. der Umschaltung auf die Ewigkeitswelt - gratis zufallen wird. Mit diesem Selbst-Empfang sind sie dann ebenfalls unwiderruflich - wie schon zuvor Sohn und Vater - in den All-Leib des Herrn eingefügt. 

Das ist die universale Wirkung des in Wahrnehmung seiner Allverantwortung sich als zeiteintretender Vater und zeitaustretender Sohn an Zeit und Welt hingegeben habenden Herrn. Nur indem er alles zum Universum selbst ist, kann durch ihn erreicht werden, dass mit seiner zweitweltlichen Selbstvollendung eine Erlösung oder Rettung für jeden und alles zum Naturgesetz eintreten muss und wird. Doch hat man sich dabei sehr im Klaren zu sein, dass diese Lebensteilnahme für jeden und alles im Herrn, letztlich sowie uranfänglich auf die im überzeitlichen Urgrund von ihm vollzogene Urscheidung allen Seins beruht ( = Jüngstes Gericht ). Und Urscheidung heißt eben, dass absolut alles an der Schöpfung Teilnehmende naturgesetzlich zuerst zur einen Seite als das Alte und Erste komplett dem Tod zum Nichtsein und erst danach zur anderen Seite als das Zweite und Neue komplett dem Leben zum Sein zufällt.

Jes 65,17 / 66,22 

Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, also dass man der früheren nicht mehr gedenkt und sie niemand mehr in den Sinn kommen werden; Denn gleichwie der neue Himmel und die neue Erde, welche ich mache, vor meinem Angesicht bleiben werden, spricht der HERR, so soll auch euer Same und euer Name bestehen bleiben.

Offb 21,1

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

Deswegen ist es die in seiner universalen Verantwortung vorgenommene selbstopfernde Allausgedehntheit des Herrn, welche die erste Zeitwelt ablösende zweite Ewigkeitswelt erzeugt, mit der alles im All in ihm als die neue Einheitsseite überleben kann und wird.

Wer an dieser Stelle wissen will, ob er bereits auf der zeitgemäß noch verborgenen neuen Einheitsseite des Alls steht, braucht nur seinen bisherigen Lebenslauf sowie seine Wünsche und Bestrebungen betrachten. Gibt es hier keine echte Entsprechung zu dem von Jesus als Schlüssel verlangten Menschenbild des unablässigen Gottes- und Wahrheitssuchers, dann ist es seine andere ihm unbekannte gottgewirkte Selbstseite, welche genau dies erfüllt. Sie ist ja die durch den Herrn mit seiner personalen Allausgedehntheit extra dafür gestiftete. Der Selbst-Empfang ist sozusagen von Gott dem Herrn programmatisch für das Zeitweltende vorgegeben. Er wird in dieser Unausweichlichkeit für jeden bei der alles erfassenden Umschaltung zur eingelöst werdenden Freikarte in das Selbst, als dem so genannten Reich des Himmels. Doch bis es in einigen Jahren soweit sein kann, gilt noch zur allgemeinen Einstimmung und Vorbereitung:

 

 

 

Agnus D. 

Drehe für deine dich retten werdende Wahrheits- und Gottessuche keine Steine um, und spalte auch keine Hölzer. Sondern entferne dich im Vertrauen auf den Herrn nach innen von dir selbst. Dann findest du in deiner Mitte das All-Licht und dich in ihm. Damit haben sich du und das All unwiderruflich zur Einheit im allzeit lebendigen Herrn verbunden!

1Kor 15,51

Sehet her, ich teile euch ein Geheimnis mit: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, (= am Zeitende durch den Selbst-Empfang!)

Und so ist die personale Ausgedehntheit des Mensch seienden Selbst auf das All, der Grund, weswegen es im geistseelischen Zentrum eines jeden Menschen unverfehlbar anzutreffen ist. Gäbe es diese uranfängliche, direkt nach der Weltgrundlegung erfolgte Allausgedehntheit des Herrn nicht ( nochmals! = Geschlachtetheit durch den Urknall bewirkte, raumzeitlich-evolutive Aufspaltung ), sodann würde sich das Universum binnen kürzester Zeit zum Nichts auflösen. Erst dadurch, dass ein realer unzerstörbar existenzialer Kern - in Form des Selbst des Alls als die Wahrheit - hinter allem steht was ist, sind Dasein und Welt, Zeit und Ewigkeit möglich und sicher.

 
 

 

Joh 6,33

Denn das Brot Gottes ist derjenige, welcher vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. ( = hinter allem zur Existenzsicherung stehend!)

Zugleich folgt aus dieser verborgenen Allausgedehntheit des Vaters seit Weltgrundlegung, und parallel dazu des Sohnes seit Pfingsten, sowie der damit umseitig gegebenen persönlichen Anwesenheit des Herrn in absolut allen Menschen aller Zeiten.

Mt 25,40

Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, habt ihr es mir getan!

Wer realisiert, dass der Herr in seiner Allausgedehntheit dadurch in jedem Menschen - als die andere Seite von einem selbst - zwar zutiefst verborgen aber dennoch ganz konkret persönlich anwesend ist, wird verstehen, was Jesus zu seiner berühmten so genannten Bergpredigt veranlasste, und in welchem inhaltlichen Zusammenhang sie steht. Nur von dorther war es Jesus möglich folgendes ohne Übertreibung in Wahrhaftigkeit zu sprechen:

Joh 17,21 / 17,22 / 17,23 

auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind. Ich in ihnen und du in mir, auf dass sie zu vollendeter Einheit gelangen, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.

Tho 077 

Ich bin das Licht über allem, und das All bin ich. Aus mir ist das All hervorgegangen, und alles ist bei mir angekommen.

Mit dem Glauben als Vertrauen hat alles im Leben gemäß einem unverzichtbaren Urvertrauen anzufangen. Aber irgendwann wird dann im weiteren Lebens- und Schicksalsverlauf das Erkennen hinzukommen müssen, weil ja in einem alles total umformenden Zeitweltwandel auf Dauer kein Glauben ohne irgend eine handfeste Bestätigung auskommen kann. Ein mündiger und wahrhaftiger Glauben bedarf  der erkenn- und erlebbaren Tatsachen. Dies alles ist selbstverständlich auch dem Herrn bekannt, der letztlich nicht nur geglaubt, sondern gemäß seines All-Seins ebenso von jedem in allem erkannt und geliebt sein will, weil er umgekehrt jeden und alles über sein ihn und das All vollendendes Selbst-Opfer zuerst geliebt hat.

Der Mensch liebt und achtet in Wahrheit nicht das, was er unbekannterweise blind glauben soll oder muss. Sondern er kann in Echtheit nur jenes ehren und lieben, was ihm zur Erkennung klar vor Augen steht. Allein die Narren, Unmündigen und Unwahrhaftigen verhalten sich davon abweichend entgegengesetzt, und machen daraus ihr zwanghaftes Dogma ( = verbindlicher Glaubens- und Verhaltensgrundsatz ).

 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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