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DAS   THOMASEVANGELIUM

EINFÜHRUNGSKURS

THOMASTEXT      INRI      ZENTRALFAKTUM      STICHWORTEXEGESE      EINFÜHRUNGSKURS

ZIEL       BEFÄHIGUNG       ANFORDERUNG       BEWAHRUNG       LOHN

 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

WORT  ZUM  EINFÜHRUNGSKURS

 

 

Jeder Leser darf sich sicher sein, dass hier die für unbedarfte Laien nur schwer zu verstehenden Ausführungen kaum leichter oder allgemeinverständlicher dargelegt werden können, als sie es in der vorliegenden Form sind. Vereinfachungen in Sprache und Text würden zu Lasten des zu vermittelnden Inhalts gehen, beziehungsweise zu unannehmbaren Verzerrungen führen. Aus diesem Grund wird hier jedem Interessenten empfohlen, sich gleich zu Beginn mit den in diesem Kurs behandelten theologischen und ontologischen Grundbegriffen näher vertraut zu machen. Sie sind für ein tieferes Verstehen des thomaischen Gesamtkomplexes von unverzichtbar elementarer Bedeutung, und werden im Nachfolgenden hinreichend erläutert.

Dieser Kursus kann jedoch keinesfalls das eigene Denken und Hineinarbeiten in den Stoff ersetzen. Nicht von ungefähr wird im Index-Vorwort von einem "Studium" gesprochen, das nicht mit einem einmaligen Durchlesen der Materie getan sein kann. Erforderlich ist also die eigene geistige Erarbeitung des Komplexes, um zu einem Begreifen des ansonsten Unbegreiflichen zu kommen. Wer da also glaubt, dass ihm hier alles von alleine in den Schoß fällt, befindet sich im Irrtum. Nur wer sein Allerbestes zu geben bereit ist, sowie vor höchster geistiger Herausforderung nicht zurückschreckt, kann bei beharrlichem Durchhaltevermögen das Studium erfolgreich für sich abschließen. Dafür erst wartet gemäß Index-Vorwort quasi der Lohn des Herrn. Zu einem guten Gelingen werden hier allen sich Befassenden sozusagen beide Daumen gedrückt.

Der sich über die nachstehenden Begrifferklärungen abwickelnde Einführungskursus ist so gestaltet, dass unter jedem der alphabetisch angeordneten Grundbegriffe die inhaltlich nächstliegenden Verknüpfungen und Verweise aufgeführt sind. Über die vielen Querverbindungen erzeugt sich eine enorme Informationsvernetzung von großer Aussagekraft, womit ein echtes Grundverständnis hinsichtlich der im Thomastext enthaltenen Daseinsverhältnisse erlangt werden kann. Für eine bessere und genauere Darstellung der Materie wurden da zum Teil neue Wörter geschöpft, wie beispielsweise "geistweise" in der Bedeutung von " über, mittels, oder im Wege" des Geistes. Auf die Verwendung von Fremdwörtern wurde "konsequent" also durchgängig überall dort verzichtet, wo dies zur Erleichterung und zum besseren Verständnis angeraten schien. Und um nun bei der Beschreibung von bislang für unbeschreiblich Gehaltenem Verwechslungen oder Missdeutungen entgegenzuwirken, wurden hier in den vielen neuen Wortkombinationen Trennstriche verwendet. Beispiel: "all-einig" in der Bedeutung: der Einheit mit dem All, zum Unterschied von "alleinig", in der gewöhnlichen Bedeutung von einsam oder allein lebend. Ebenso alles was das universale Selbst betrifft ist mit Trennstrichen versehen, wie z.B. die "Selbst-Findung", im Unterschied zur alltäglichen selbsterfahrungsweisen "Selbstfindung".

 
 

VERZEICHNIS

 

All        All-Licht         Allspiegelung         Allumfassung         Binarität        Dualismus         Dasein        Finalität 

  final-kausal           Fusion            Ineinsfallung         Kausalität            Nichts            Nichtsein          Nichtselbst 

 Nullpunktualität        Schnittstelle       Sein      Selbst      Selbstumkehrung       Totalsingularität      Transzendenz

Überzeitlichkeit        Urknall      Urscheidung     Vereinheitlichung     Vollzogenheit       Vollzug      Zeitwelt

 
 
 
 
 
 

 All    >>>    ^

 

 

Jesus bezeichnet sich bei Thomas in mehreren Sprüchen als das All, das sich dann notwendigerweise als ein Dasein der Allumfassung verstehen muss. Da geht es um das Ganze an sich, welches immer nur ein einziges sein kann; gleichgültig wie weit man es auch in seinen Dimensionen ausspannt; und sei es auch bis zur Unendlichkeit. Von daher kommt der lateinische Begriff "Universum", der frei übersetzt bedeutet: das Eine, das alles ist. Diese schon seit alters bestehende Auffassung vom Dasein wird von der modernen Kosmologie auf das Sträflichste missachtet. Sie beugt oder pervertiert neuerdings das Universum zu einem Multiversum (= viele Universen), weil sie vergeblich die Erklärung des Universums im Materiellen sucht. Zugleich kann sie aber weder über die Astro- noch die Teilchenphysik Wesen und Herkunft der unser Universum füllenden Materie erklären. Ein schon seit mehreren Jahrzehnten anhaltender Offenbarungseid, und ohne Aussicht auf eine rettende Lösung!

Die Lösung kommt - wie nicht anders zu erwarten ist - aus dem gegenteilig Immateriellen, sprich: dem Geist. Denn das All ist infolge seiner Allumfassung grundsätzlich ohne etwas gegen sich zu haben, darum ohne "Gegen-Stand", und mithin ohne Raum und Zeit ungegenständlich dimensionslos. Und was da in solch punktueller Weise daseiend eben nicht Nichts ist, das ist alsdann notwendigerweise zu einem unbeschreiblichen Licht des Geistes gekennzeichnet. Demgemäß erkennt Jesus in diesem Licht der Unendlichkeitsbedingungen den Heiligen All-Geist, insofern dieses alle Vorstellungen sprengende Dasein als der Ur-Grund für alles Daseiende, eben nur zur Heiligkeit erkannt werden kann.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

Allumfassung      Binarität

All-Licht  / Ur-Licht    >>>    ^

 

 

Dass das Dasein wesentlich Licht ist, das wird wohl kaum jemandem bewusst sein. Jedoch ausgenommen jene Personen, denen schon entsprechende Einblicke vergönnt waren. Schließlich gibt es ja auch den hauptsächlich dunklen Kosmos, in dem nur inselhaft über die weitest verstreuten Galaxien Licht aufscheint. Doch bezieht sich diese eingeschränkte Wahrnehmung auf unseren unzureichenden Gesichtssinn, der nur für einen eng begrenzten Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums empfänglich ist. Schon besser sieht es mit den für alle möglichen Wellenbereiche konstruierten Apparaturen - wie z.B. den Radioteleskopen - aus. Derartige Strahlungsmesser ermöglichen Einblicke in die vermeintlichen Dunkelheiten des Universums, und vermitteln Erkenntnisse über sie. Von daher definiert sich jegliche Form von elektromagnetischer Strahlung als Licht, insoweit mit den geeigneten Empfangsgeräten quasi Licht ins Dunkel kommt.

Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde von einigen US-Astronomen die so genannte kosmische Hintergrundstrahlung entdeckt, die als wichtigstes Indiz für den angenommenen Urknall gilt. Diese Strahlung füllt sozusagen als Nachhall des Urknalls das komplette Universum aus, und schwächt sich mit dessen zunehmender Ausdehnung bzw. Alterung ab. Das All ist also neben dem sichtbaren, von für uns nicht wahrnehmbarem Licht erfüllt. Insoweit ist das Licht des Alls eine physikalische Tatsache. Es wird als All-Licht dann zum Ur-Licht, wenn es auf die Unendlichkeitsbedingungen bezogen ist, die das nullpunktuelle All just vor oder im Augenblick seines Urknalls gehabt hatte. Doch damit, dass ja der Urknall bei Totalsingularität nur eine Selbstumkehrung sein kann, und daraus wiederum 2 Kehrseiten zu einem System der wechselseitigen Bedingung resultieren, besteht prinzipiell als verborgene Kehrseite zum sich ausdehnenden Kosmos, nach wie vor in Zeit- und Raumlosigkeit dieser für seine raumzeitliche Kehrseite urgeknallte Unendlichkeitspunkt.

Wer es fassen kann, der fasse es!

 
 

Allumfassung      Nullpunktualität      Selbstumkehrung      Totalsingularität      Urknall

Allspiegelung    >>>    ^

 

 

Dieser Begriff bezieht sich nicht auf irgend eine Spiegelung von "allem Möglichen", sondern versteht sich als eine am Menschen abspielende geistseelische Spiegelung des Alls.

Sie kann naturgemäß lediglich dem geistbegabten und als Seele bestehenden Menschen möglich sein. Und sie verwirklicht sich nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Sie sind bei Thomas und den übrigen Evangelisten sich ergänzend überliefert. Dabei geht es um die Fusion mit Jesus Christus bzw. dem Heiligen All-Geist, was sich als Allspiegelung äußert. In Joh 6,51 beschreibt Jesus das Ereignis mit einem Gleichnis, bzw. mit dem Brot, das vom Himmel herab kommt, und welches er selbst ist. In diesem Sinne symbolisiert das Heilige Abendmahl die allspiegelnde Fusion mit dem Heiligen Geist, wie sie dann der christlichen Urgemeinde zu Pfingsten widerfuhr.

Weil das All bereits schon in seiner Selbstschnittstelle bzw. im überzeitlichen Selbst vorpersonifiziert ist, kann das All nur spiegeln, wer den sich zu aller Selbst-Vermittlung geopfert habenden, darum geistlichen Jesus in sich aufnimmt. Die konkrete Aufnahme des Selbst bzw. von Gott in die Person des Aufnehmenden macht aus ihm einen neuen Menschen, welcher damit zu Neuem befähigt worden ist. Bei Thomas heißt das: ein neues Bild aus sich gemacht zu haben, um mit neuen Augen zu sehen, mit neuen Ohren zu hören, usw. Im NT liest sich das als "Neugeburt von oben her, und Wohnung machen für das Eingehen von Sohn und Vater". Dass mit einem solch wahrhaft individual-kosmischen Ereignis eine bis auf den Persongrund reichende geistseelische Fassungslosigkeit einhergeht (Tho 002), wird wohl jedem ohne weiteres einleuchten. Mit jener allspiegelnden Fusion, als einer personalen Zäsur von nachhaltiger existenzialer Bewusstseinsveränderung, wird der Kosmos als eine unteilbare Einheit erkannt, wie sie beispielhaft der Organismus eines jeden Lebewesens darstellt.

In diesem Zusammenhang spricht Jesus von der "Erkennung" des (All-)Leibes, welche der Selbst-Empfang ist. Die Erkennung des Alls als ein einziger Leib ist nicht die Entdeckung des Leichnams, welchen die Zeitwelt in ihrer Vergänglichkeit darstellt. Denn die Entdeckung der Leiche zum Satan ist allein demjenigen vorbehalten, der mit dem schon zuvor erlangten Selbst-Besitz sich bei seinem Hochzeitspartner liebend aushaucht, und damit zum ganzheitlich kosmischen Menschen vereinheitlicht.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

All      Fusion      Nichtselbst      Schnittstelle      Seinkreis      Selbst      Überzeitlichkeit

Urscheidung      Vereinheitlichung

Allumfassung    >>>    ^

 

 

Oftmals ist das Einfachste mit am schwierigsten zu verstehen, wenn wie hier bei der Allumfassung des Daseins gedanklich völliges Neuland zu betreten ist.

Alles was im Rahmen der Zeit materiell und immateriell da war, da ist, und da sein wird, bildet bekanntlich das Dasein. Indem nun aber der Gegensatz des Daseins das Nichtsein ist, und nicht etwa ein anderes Dasein, folgt daraus eine unaufbrechbare Einheit des Daseins zur Allumfassung alles jemals Daseienden. Und indem über die Vorzeit und Nachzeit bzw. Zeiteingegrenztheit eines jeglich Daseienden auch das Nichtsein mit "da" ist, gehört es zu dem Dasein als sein systemischer Selbstgegensatz. Vergleichbar etwa mit Plus und Minus, welche sich ja wechselseitig bedingen, um als gemeinsame Polarität "da" zu sein.

Insoweit also die Allumfassung des Daseins absolut alles - Dasein wie auch Nichtsein - in sich einschließt, folgt daraus ein Daseinsmonopol der alles in sich einschließenden Ausschließlichkeit, der hier Totalsingularität genannt wird, und der solchermaßen nichts gegen sich haben kann. Als absoluter Monopol nichts gegen sich zu haben, bedeutet wiederum eine Polaritätslosigkeit oder keinen "Gegen-Stand", sodass diese Allumfassung grundsätzlich zu raumzeitloser Ungegenständlichkeit gekennzeichnet ist. Was also nun in einer derartigen Dimensionslosigkeit "verborgen" da seiend nicht etwa Nichts sondern eben alles in einem Punkt ist, das ist dadurch unbeschreibliches geistiges Licht der Unendlichkeitsbedingungen.

Diese sich exakt so herleitende, prinzipielle Geistigkeit des Daseins ist der Grund, warum es dem geistbegabten Menschen funktional möglich ist, nicht nur nach einer psychodramatischen Selbstentleerung durch anschließende Geistöffnung mit dem Heiligen Geist zu fusionieren und das All zu spiegeln, sondern darüber hinaus noch später mit einer aushauchenden Selbst-Hingabe an den Partner - sodann nur noch über Jesus seiend - dadurch sogar zu Adam, bzw. zum alleinigen "all-einigen" Selbst des Daseins zu werden.

Wer es fassen kann, der fasse es!

 
 

All       All-Licht       Allspiegelung      Binarität      Dasein      Fusion      Totalsingularität      Nichtsein

Nichts      Sein      Selbst      Vereinheitlichung

Binarität    >>>    ^

 

 

Binarität = Zweiheit, aus zwei Einheiten bestehend, auch Polarität, oder hier speziell Selbstpolarität bei zwei bestandbildenden Gegenteilen.

Im Computerzeitalter stellt dieser Begriff im Sinne einer Polarität keine eigentliche Hürde mehr dar. Weiß man doch, dass hier die 1 für "Strom" und die 0 für "kein Strom" stehen, womit sich in Rechnern aus polaren Einsen und Nullen gebildete Dateien erstellen lassen. In gleich binärer Weise baut sich auch das Dasein auf, nur dass eben dabei die Eins für das "Da-Sein" und die Null für das "Nichts" zu stehen kommen. Das Sein und das Nichts bedingen sich naturgemäß wechselseitig wie Plus und Minus, welche in ihrem "Gegen-Stand" die Grundlage für Gegenständlichkeit und damit für eine räumliche Welt bilden. Ohne den Gegen-Stand an sich, bzw. eine Ur-Polarität, ist ergo eine dimensionale Welt nicht möglich, wie gerade die Binarität beweist. Allein das systemische Zusammenwirken der Gegensätze von Einsen und Nullen lässt die binäre Datenwelt der Computer, bzw. bei Sein und Nichts unser All einschließlich uns entstehen.

Insoweit das Universum in seiner Allumfassung absoluter Monopol ist, besteht es prinzipiell ohne Gegen-Stand in einer punktuellen Raumzeitlosigkeit der Unendlichkeitsbedingungen. Damit es überhaupt ein gegenständliches All geben kann, bedarf es von dort heraus einer selbstumkehrenden Weltgrundlegung mittels einer Urscheidung im Selbst-Gegen-Stand (= Erzeugung zweier Gegenpositionen im Selbst = das verwerfende Subjekt als Selbst und das verworfene Objekt als Nichtselbst). Bei der über die gegenteiligen Selbst-Positionen durch urknallende Urscheidung erfolgenden Selbstumkehrung entstehen selbstorganisativ alle Gesetzmäßigkeiten und Polaritäten, welche den Zeitweltaufbau tragen. Im Rahmen der in sich absolut geschlossenen Wirkursächlichkeit ist über die beiden rückzukoppelnden Enden der Urscheidung die Binarität des Nichts und Seins rückzuschließen.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

Dualismus      Nichts      Sein      Selbst      Selbstumkehrung      Urscheidung      Urknall

Vereinheitlichung      Zeitwelt

Dualismus    >>>    ^

 

 

Dualismus = Zweiheit, Gegensätzlichkeit, Zwiespältigkeit und Ambivalenz, oder aber auch Zweiheitslehre und Zweiförmigkeit.

Gemeinhin versteht man darunter eine philosophisch-religiöse Lehre, nach der es nur zwei voneinander völlig unabhängige ursprüngliche Prinzipien im Weltgeschehen gebe (z.B.: Gott - Welt, gut - böse, Leib - Seele, usw.). Wie aber anhand der vorstehenden Binarität gut gezeigt werden konnte, kann es zwei voneinander unabhängige Gegenprinzipien nicht geben. Richtig ist dagegen, dass allem Dasein eine Urpolarität zugrundeliegen muss, in der sich die Gegenprinzipien als systembildende Pole wechselseitig bedingen.

 
 

Allumfassung      Binarität 

Dasein    >>>    ^

 

 

Über das Dasein ist schon viel philosophiert worden, doch leider ohne dass man jemals bis zu dessen Kern und Wesen, und damit zu der Wahrheit an sich, vorgedrungen wäre. Bislang unerkannt wesentlich am Dasein ist das ebenfalls daseiende Nichtsein in Form von vergangenem oder noch kommendem Dasein. Dasein und Nichtsein sind somit sinnmachende Selbstfunktionen des Daseins im Rahmen seines Daseins, und werden hier spezieller auch noch als Sein und Nichts bezeichnet.

In diesem speziellen Sinne setzt sich das Dasein aus den Selbstpolen des Nichts und Seins zusammen. Denn das Dasein benötigt ja bei seiner ungegenständlich machenden Allumfassung für seine kehrseitige Gegenständlichkeit einen Gegensatz, welchen es sich hier in Ermangelung dessen als "Nichtsein von Dasein" selbst erschaffen muss. Denn erst mit der Errichtung eines gegensätzlichen Nichts - im Wege einer Selbstverwerfung zum Nichtsein - zu einer dadurch "gegen-ständlich" entstehenden Welt, wird ein All geschaffen, das umfasst werden kann. Ohne ein gegenständliches Universum gäbe es ja für das Dasein auch nichts zu einer Allumfassung zu umgreifen, und damit überhaupt kein Dasein. Es ist also diese wechselseitige Bedingung von einerseits ungegenständlichem Monopol, und andererseits gegenständlicher Welt, welche den Rahmen des ganzen Systems bildet. Und das System ist hier kurz gesagt die Errichtung des Nichts durch eine Selbstverwerfung des Seins zum Nichtsein, weil das Sein ohne ein Nichts dann das Nichts selbst wäre. Der Ur-Unterschied ist nun einmal der Gegensatz von Nichts und Sein, dessen Erzeugung die Welt ins Leben ruft und am Leben erhält.

Wird aber diese Welt aus ihr heraus vereinheitlicht, dann ist der weltgrundlegende Unterschied aufgehoben, der Kreis geschlossen, und der identische Vorgang muss sich wiederholen. Das macht aber absoluten Sinn, weil bei einer Zweimaligkeit dann die polaren Enden der Urscheidung rückgeschlossen sind, womit sich das Dasein in sich selbst auf Ewigkeit begründet und gesichert hat.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

  All       Allumfassung      Binarität      Nichts      Nichtsein      Sein      Selbstumkehrung      Vereinheitlichung

 Finalität    >>>    ^

 

 

Finalität = zweckvolle Wirksamkeit, auch zweckbestimmtes Geschehen, Ziel- oder Endgerichtetheit. Final = die Absicht, den Zweck betreffend oder bestimmend, auf das Ende hin gerichtet.

Mit dem Anfang ist immer zugleich auch das Ende vorgegeben, indem es den Anfang eben immer nur unter der Voraussetzung eines Endes geben kann. Von daher muss der Anfang auf das Ende hin gerichtet sein. Doch ist der Anfang nur da echter Anfang, wo er ein Ganzes begründet, welches mit seiner Vollgestalt sein finales Ende findet. In Bezug auf den Menschen beginnt dessen Lebenslauf mit seiner Geburt, die den personalen Anfang markiert. Wie der "Lebenslauf" schon zum Ausdruck bringt, erfolgt eine Leben seiende Bewegung als Lauf, die mit dem Tod final endet. Erbracht ist dann mit dem Lebenslauf ein von Anfang bis Ende bestehendes Leben, welches zu einer Wesensgestalt zusammengefasst, sich als individuelle Seele definiert. Aber auch für die Welt insgesamt gibt es einen zeitlichen Lauf vom kausalen Anfang bis zum finalen Ende. Dadurch besteht sie zu einer eigenständigen Vollgestalt bzw. kosmischen Überseele, die ja in der final-kausalen Selbstschnittstelle zum Selbst von sich selbst vergegenständlicht ist. Wir kennen es als das universale Selbst.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

final-kausal      Kausalität      Schnittstelle      Selbst      Zeitweltkreis      Zeitweltlauf

 final-kausal    >>>    ^

 

 

In Tho 077 sagt Jesus u.a.: Aus mir ist das All hervorgegangen, und alles ist bei mir angekommen. Und er sagt in Tho 018 weiter: Denn wo der Anfang war, da wird das Ende sein. Der kausale Anfang ist also der, dass aus Jesus bzw. seiner Person das Universum hervorgeht. Und das finale Ende ist, dass alles bei ihm ankommt, bzw. wiederum das Universum in seiner Person gefasst wird. Nach Adam Riese kann derartiges nur sowohl über eine Allspiegelung als auch in einem Kreislauf möglich sein.

Die Wortverbindung "final-kausal" ergibt sich daher aus der in einem Kreis erfolgenden Ineinsfallung von dessen Anfang und Ende als zentrale Selbstschnittstelle einer dementsprechend kreisläufigen Zeitwelt. Dem Anfang wird gewöhnlich die Kausalität zugedacht, und dem Ende die Finalität. Wenn aber Anfang und Ende eines Kreises zu einer (null)punktuellen Selbstschnittstelle zusammen- oder ineinsfallen müssen, dann ist diese Schnittstelle sowohl anfangsgemäß kausal als auch endgemäß final, und damit final-kausal, oder auch kausal-final. Der Kreis besteht damit effektiv zur Nullpunktualität.

Zur Verdeutlichung:

Die Bewegung startet kausal im Punkt A, um kreisbeschreibend sich ergo im selbigen Punkt A final einzuholen. Dann vergegenständlicht Punkt A als final erzeugte Struktur den Kreis zu dessen Selbst, das handlungsbefähigt die kreisgemäß identische Bewegung zu sich selbst ( als Selbstumkehrung ) kausal starten lassen kann, und im Rahmen der Wirkursächlichkeit zu seiner Rückkoppelung starten lassen muss und wird. Der Kreislauf ist also in seiner Selbstschnittstelle effektiv nullpunktuell. Er erhält über das sowohl den ganzen Kreis (= Vollzug) als auch die Selbstschnittstelle (= Vollzogenheit) vergegenständlichende Selbst zwei entsprechend gegenteilige personale Kehrseiten des Nichtselbst und Selbst. Die eine Seite ist also der vollständige zeitvergängliche Kreislauf bzw. Vollzug von A bis A als abgelaufenheitsweise nichtseiend geworden verwerfliches Nichtselbst, und die andere Seite ist in A die überzeitliche Vollzogenheit des kompletten Kreislaufs von A bis A als in Unablaufbarkeit ewig daseiend annehmbares Selbst.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

Allspiegelung      Finalität      Ineinsfallung      Kausalität      Nichtselbst      Nullpunktualität      Schnittstelle

   Seinkreis      Selbst      Selbstumkehrung      Überzeitlichkeit      Zeitwelt      Vollzug      Vollzogenheit

 Fusion    >>>    ^

 

 

Fusion = Zusammenschluss, Verschmelzung oder Vereinigung zu Neuem mit neuen Eigenschaften.

In Tho 032 sagt Jesus, dass er das All sei, und in Tho 106, dass aus zweien eins zu machen sind, und wiederum in Tho 094, dass wer (sich erniedrigend) mit Anklopfung sucht, selbstöffnungsweise finden wird. Wenn man nun das Puzzle zusammensetzt, ergibt sich, dass wenn man selbstentleert bei Jesus anklopfend mit ihm fusioniert, in einer sich hierbei einstellenden Allspiegelung damit bei sich selbst All und Selbst findet. Denn All und Selbst sind identisch. Einsmachend mit All und Jesus ist man um eine personale Dimension reicher geworden. Man hat damit entsprechend Tho 022 ein neues und bleibendes Bild aus sich gemacht, mit dem man in das Reich bzw. die Ewigkeitswelt kommt.

Das dem zugrunde liegende Wirkprinzip ist, dass die Zeitwelt in ihrer wesensgemäßen Abgelaufenheit das stets überholt Alte sowie finstere Tote ist, welches im universalen Selbst zum todbringend verwerflichen Nichtselbst mitverselbständigt ist. Dagegen ist die überzeitliche Selbstschnittstelle in ihrer wesensmäßigen Unablaufbarkeit das zeiterfüllt unablaufbar lichte Neue, das im universalen Selbst vom lebensspendend annehmbaren Selbst bzw. Gott dem Herrn verkörpert wird. Wer also in der Zeitwelt über die Aufnahme Jesu in sich selbst, so mit dem unablaufbaren Selbst fusioniert, der hat solchen Anteil an ihm erhalten. Doch wird der erst bei Umschaltung der Zeitwelt auf die Ewigkeitswelt in Kraft treten können

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

All      Nichtselbst      Schnittstelle      Selbst      Überzeitlichkeit      Vereinheitlichung      Zeitwelt

 Ineinsfallung    >>>    ^

 

 

Die Zusammen- oder Ineinsfallung zweier Gegensätze zu deren Vereinheitlichung kann es allein über den Geist geben, weil das All  für sich selbst genommen in seiner entgegenständlichenden Totalsingularität grundsätzlich zu einer eindimensionslosen Punktualität besteht. Sie ist damit die rein geistige Kehrseite unseres gegenständlichen Alls. Denn "Geist" kennen und verstehen wir als ungegenständliches Sein. Gemäß seinem Geist und seiner Seele bekommt damit der Mensch prinzipiell die Fähigkeit zur Vereinheitlichung von Gegensätzen.

Von daher ist es einem das Selbst besitzenden Menschen ermöglicht, sich in Gedanken Jesu Christi bei seinem Hochzeitspartner liebend auszuhauchen. Abgelegt und gestorben ist hierbei lediglich der alte, und nicht von Jesus stammende Zeitwelt-Anteil an einem selbst, während der vom Heiligen Geist stammende Ewigkeitswelt-Anteil ihn gemäß Mt 10,39 weiterbestehen lässt. Dadurch ist jener Mensch vor Gott dem Herrn vollkommen neu und das universale Selbst selbst geworden, was sich als die so genannte neue Schöpfung oder neue Welt versteht. Sie markiert nach Joh 3,3 / 3,5 die final-kausal überzeitliche Schnittstelle zum überzeitlichen Paradies.

Zum Funktionsprinzip: 

Nur in einem Kreislauf von A nach A können zwei Pole in eins fallen. Der kausale Kreisanfang wird vom finalen Kreisende zu einer darum final-kausalen Selbstschnittstelle des Kreises eingeholt. Die Ineinsfallung der polaren Enden bedeutet sowohl eine Vereinheitlichung des Kreises zu einem Selbst des Kreises zentral in ihm selbst, als auch eine Aufhebung des Kreises zu einer Schwebe von allem zwischen Dasein und Nichtsein. An dieser Stelle  ist das ganze Kreissystem in Frage gestellt. Zur Begründung und Sicherung seines Seins bedarf es einer über das Selbst an diesem selbst zu vollziehenden Urscheidung der polaren Enden. Ergebnis: Ein identischer Kreislauf mit den identischen Enden. Nur ein zweimaliger und identischer Kreislauf von Anfang bis Ende lässt mit der dadurch erreichten Rückgekoppeltheit "beider" Enden aus einem ansonsten nur potenziellen, den realen Kreis erstehen.

Indem aus der Vereinigung gegensätzlicher Partner (= Nichtselbst-Besitzer-Frau und Selbst-Besitzer-Mann) der ganzheitlich kosmische Mensch hervorgeht, bewirkt die Vereinheitlichung im neu gewordenen universalen Selbst die Selbstschnittstelle des Zeitweltkreises. Mit der systemischen Pflicht von dort heraus an sich selbst die wieder alles erbringende Urscheidung zu vollziehen, wird er bei einer solchen Selbst-Rückkoppelung definitiv der final-kausal Lebendige von Zeit und Ewigkeit gemäß Tho 032 / 077.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

All      All-Licht      Allumfassung      Finalität      final-kausal      Fusion      Kausalität      Schnittstelle

    Seinkreis      Selbst      Totalsingularität      Urscheidung      Vereinheitlichung      Vollzug

 Kausalität    >>>    ^

 

 

Kausalität = Ursächlichkeit, sowie Folgezusammenhang von Ursache und Wirkung, dann im weiteren auch noch als Wirkursächlichkeit. Kausal = ursächlich, das Verhältnis: Ursache und Wirkung betreffend, dem Kausalgesetz entsprechend. Kausalgesetz oder Kausalitätsprinzip = Grundsatz nach dem für jedes Geschehen notwendig eine Ursache angenommen werden muss. Wirkursächlichkeit = eine Verkettung von Ursache und Wirkung zu einem Daseinsgeflecht. Aus der Ursache folgt die Wirkung, die dann ihrerseits zur Ursache für eine wiederum aus ihr folgende Wirkung wird, usw. Der Kausalität entgegengesetzt ist die Finalität. Doch nur in einem herzustellenden Kreis kommt es einmal dazu, dass sich beide Prinzipien zu einer gemeinsamen, darum final-kausalen Schnittstelle schneiden müssen. Der Kreis endet zur Nullpunktualität final da, wo er kausal begonnen hatte.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

Finalität      final-kausal      Ineinsfallung      Nullpunktualität      Schnittstelle      Seinkreis

 Nichts    >>>    ^

 

 

Das Nichts ist die Vergegenständlichung von nichts. Und ohne das Nichts gibt es das Dasein gewissermaßen nur als Nichts. Das hört sich seltsam an, hat aber schon seine absolute Richtigkeit. Denn das Dasein ist zwingend auf ein Nichts in der Form des Nichtseins angewiesen, um seingemäß als Universum da sein zu können. Der Grund dafür liegt in der prinzipiell ungegenständlich machenden Allumfassung des Daseins zu einer Punktualität des Alles und Nichts.

Zur Verdeutlichung:

Alles was war, ist, und sein wird, wird als "da" seiend vom Dasein umgriffen. Das schließt selbst ein Nichtsein der Zukunft als "noch nicht vorhanden", oder ein Nichtsein der Vergangenheit als "nicht mehr vorhanden" mit ein. Diese das "da" seiende Nichtsein miteinschließende Allumfassung ist darum der absolute Daseinsmonopol. Er kann insgesamt nichts gegen sich haben. Und was als monopolares All absolut nichts gegen sich hat, das ist paradoxerweise ohne Gegen-Stand zu dimensionsloser Ungegenständlichkeit lichter Unendlichkeitsbedingungen gekennzeichnet. Damit befindet es sich urgegeben als bloßer eindimensionaler Punkt der Raumzeitlosigkeit in einer selbstgefährdenden Nähe zum Nichts.

Einziger Ausweg:

Die Errichtung einer raumzeitlichen Kehrseite durch selbstverwerfende Selbstumkehrung! Indem es sich beim Dasein um ein in sich selbst geschlossenes absolutes System handelt, in dem systemisch der Mensch die zentrale Rolle spielt, ist er es, welcher alles leistet und trägt. Seine durch ihn vorgenommene und in sich rückgekoppelte Vereinheitlichung und Urscheidung begründen und sichern die zwei Säulen auf dem das darum binäre System aufgebaut ist. Die eine ist bekanntlich das Sein, und die andere eben das Nichts, repräsentiert durch die auf den vergänglichen Ablauf festgelegte Zeitwelt.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

Binarität      Dasein      Nichtsein      Sein      Urscheidung      Vereinheitlichung

 Nichtsein    >>>    ^

 

 

Das Nichtsein verdeutlicht das Nichts im Sein. Denn das Nichts wird ja vom Sein durch Selbstverwerfung zu seinem seinsnotwendig binären Dasein errichtet. Anders gesagt beruht das Nichts auf zu Nichtsein vergangenem Dasein. Das Nichtsein wiederum offenbart sich in dem zum Nichts ablaufenden Dasein als einerseits die Zukunft anzeigendes "Noch-nicht-sein" oder die Vergangenheit anzeigendes "Nicht-mehr-sein" von Dasein.

Es betrifft die Zeitwelt in ihrer Selbstschnittstelle mit der überzeitlichen Schwebe zwischen Dasein und Nichtsein, in der Form des gleichzeitigen ( vor dem Anfang ) Noch-nicht-sein sowie ( nach dem Ende ) Nicht-mehr-sein als zentraler Nullpunkt des Daseins. Des weiteren stellt die Zeitwelt insgesamt als zu Nichtsein abgelaufenes Dasein das Nichts in der Nichts-Sein-Binarität. Und indem auf jeder personalen Kehrseite des universalen Selbst die jeweils andere durch Nichtsein integriert ist, kommt es dazu, dass die nichtselbstliche Zeitwelt und die selbstliche Ewigkeitswelt sich jeweils durch Nichtsein das binaritätsgemäße Nichts in ihrem polaren Dasein sein müssen.

Wer Ohren zum Hören hat, der höre!

 
 

  Binarität      Dasein      Schnittstelle      Nichts      Nichtselbst      Nullpunktualität      Sein      Seinkreis     Selbst

   Überzeitlichkeit      Zeitwelt      Zeitweltlauf

 Nichtselbst    >>>    ^

 

 

Wie schon mit diesem Begriff klar zum Ausdruck kommt, handelt es sich beim Nichtselbst um den Gegenpol zum Selbst, entsprechend der Binarität des Nichts und Seins. Der biblische Name für das Nichtselbst ist Satan. Er personifiziert im zugleich den Kreis und seine Selbstschnittstelle verkörpernden deshalb selbstpolaren Selbst den abgelaufenen Vollzug als satanisches Zeitwelt-Selbst, gegenüber dem polar dazu unablaufbare Vollzogenheit seiend göttlichen Ewigkeitswelt-Selbst. Durch seine innerpersonale Selbst-Beherrschung ist aber das universale Selbst der Herr über beide Welten. Dem Nichtselbst im Selbst wird dabei lediglich der Raum gelassen, welchen es zur Mittragung und dem Miterhalt des ganzen Systems haben muss. Die wechselseitige Bedingung lässt nun einmal nichts anderes zu. 

Zur Verdeutlichung:

Weil das universale Selbst schnittstellengemäß ganzheitlich das All verkörpert, das wiederum seinen zeitlichen Vollzug sowie seine überzeitliche Selbstschnittstelle der Vollzogenheit zu systemischen Gegensätzen beinhaltet, sind ergo auch entsprechend personale Gegensätze als Kehrseiten im Selbst systemisch urgegeben. So stellt in ihm die vergängliche Zeitwelt als abgelaufener Vollzug das tote Nichtselbst, und kehrseitig hierzu eben jene nicht vergehen könnende Ewigkeitswelt als unablaufbare Vollzogenheit das lebendige Selbst.

Aus dieser Selbst-Zweiseitigkeit des Alls speist sich die biblische Paradiesgeschichte mit der Schöpfung und der uranfänglichen Prüfung von Adam und Eva durch den Schöpfer. Obwohl die Symbolik gut gewählt wurde, kann sie jedoch ohne Klartext nicht verstanden werden. Jedenfalls hat also der aus der Vereinheitlichung entstandene ganzheitlich kosmische Mensch über seine innerpersonalen Kehrseiten den mit der All-Vereinheitlichung zugleich untergegangenen Weltgrund wiederherzustellen. Mit der Abstoßung des Nichtselbst zum Nichtsein, als eben die  selbstverwerfende und -umkehrende Urscheidung des Selbst, ist die weltgrundlegende Binarität rückgekoppelt. Damit erst ist das ganze System durch sich selbst auf Ewigkeit begründet, gesichert und vollendet.

Wer es fassen kann, der fasse es!

 
 

Binarität      Dasein      Ineinsfallung      Schnittstelle      Selbst      Überzeitlichkeit      Urknall

    Urscheidung      Zeitwelt

 Nullpunktualität    >>>    ^

 

 

Ein Kreislauf zur Trennung seines Anfangs von seinem Ende - mit einer am Ende dieses Kreislaufs aufwartenden Selbstschnittstelle der Ineinsfallung von Anfang und Ende, und der dann erneuten und identischen kreislaufenden Trennung von Anfang und Ende - ist effektiv nullpunktuell.

Zugleich ergibt sich dabei eine Zwei- bzw. Kehrseitigkeit, in welcher zur einen Seite der Kreislauf als zeitlich ablaufender Vollzug, und zur anderen Seite die Selbstschnittstelle als überzeitlich unablaufbare Vollzogenheit des Kreislaufs besteht. Insoweit es sich bei diesen Kehrseiten um zwei raumzeitlich gegenständliche Selbst-Seiten des Anfangs und Endes handelt, Gegenständlichkeit gemäß der Binarität aus Nichts und Sein gebildet wird, spenden sich die Kehrseiten des anfangsgemäßen Vollzugs und der endgemäßen Vollzogenheit wechselseitig das jeweilig bestandsnotwendige Nichts zu ihrem gegenteiligen Sein.

Zur Verdeutlichung:

Die zeiterfüllte Ewigkeitswelt spendet der gegenwärtig noch laufenden Zeitwelt durch zukunftsgemäßes Noch-nicht-sein das bestandsnotwendige Nichts zu deren Sein. Die Zeitwelt wiederum spendet umgekehrt durch ihr vergangenheitsgemäßes Nicht-mehr-sein das bestandsnotwendige Nichts zum Sein der Ewigkeitswelt. Auf diese Weise kommt es dazu, dass jede der beiden Seiten nicht nur kehrgemäß über die andere unsichtbar ausgebreitet ist, sondern infolge der wechselseitigen Bedingung alsdann in der jeweils anderen zum systemisch konstruktiven Bestandteil integriert ist. Von dieser ebenso merkwürdigen wie auch genialen Funktionalität des Daseins redet die Apokalypse in 17,8 mit der ihr eigenen Symbolsprache. Ausnahmsweise soll hier einmal an dieser sehr wichtigen Stelle ein Vers der Offenbarung beispielhaft entschlüsselt werden.

Offb 17,8:

Das Tier (= die anfangsgemäße nichtselbstliche Zeitwelt), das du gesehen hast, war und ist nicht mehr (= in der überzeitlichen Selbstschnittstelle abgelaufen), und es wird aus dem Abgrund heraufkommen (= im Rahmen der Selbst-Kehrseitigkeit des Anfangs und Endes, im alles verkörpernden Selbst auf das selbstliche Ende treffen) und ins Verderben laufen (= vom selbstlichen Ende entdeckt und urscheidend abgestoßen werden ); und die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben sind im Buche des Lebens von Grundlegung der Welt (= die nichtselbstliche Zeitwelt) an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, dass es war (= im selbstlichen Ende als nichtselbstlicher Anfang zum Nichtsein vergangen) und nicht ist (= von der endgemäßen Ewigkeitswelt abgelöst) und da sein wird (= als bestandteiliges Nichts in der Binarität der Ewigkeitswelt).

Wer es fassen kann, der fasse es!

 
 

Binarität      Dasein      Schnittstelle     Seinkreis      Vollzug      Vollzogenheit      Zeitwelt

 Schnittstelle / Selbstschnittstelle    >>>    ^

 

 

Eine Selbstschnittstelle kann es ausnahmsweise nur in einem zeitnehmenden Kreislauf von Punkt A zu Punkt A geben, und betrifft dessen Anfang und Ende, indem sich die beiden Enden schneiden müssen, um zu einer dann überzeitlich final-kausalen Schnittstelle vereinheitlicht ineinszufallen.

Jesus sagt in Tho 018, dass dort, wo der Anfang war, das Ende sein wird. Ein Sichschneiden von Anfang und Ende gibt es wie schon gesagt ausschließlich nur in einem Kreis, womit Jesus das All als einen raumzeitlichen Kreislauf mit einer Selbstschnittstelle zu verstehen gibt. Und in Tho 019 führt er weiter aus, dass fünf Bäume im Paradies sind, die kein Sommer und kein Winter bewegt und deren Blätter nicht fallen. Bewegungslosigkeit kann es aber im Kreisbewegung seienden Dasein wiederum ausschließlich nur in dessen überzeitlicher Schnittstelle geben. Jesus deutet demnach mit dem Paradies der Genesis auf die nullpunktuelle Selbstschnittstelle hin. Und so erfolgt aus ihr heraus von Anfang bis Ende die weltgrundlegende Urscheidung in Gestalt des Gegenständlichkeit und  Raumzeit installierenden Kreislaufs als Zeitwelt. Ist er zweimal identisch erfolgt, dann ist die Schnittstelle in sich selbst rückgekoppelt, und die Zeitwelt hat sich für die Umschaltung auf die Ewigkeitswelt erledigt.

Wer es fassen kann, der fasse es!

 
 

All      final-kausal      Nullpunktualität      Ineinsfallung      Seinkreis      Selbst      Überzeitlichkeit

 Sein / Seinkreis    >>>    ^

 

 

Indem das Sein da ist, wird es zum Dasein. Und indem es im Zeitrahmen des Anfangs und Endes und des in ihm Befindlichen als Zukunft noch nicht und als Vergangenheit nicht mehr da ist, kennzeichnet es ein Nichtsein für das Nichts. Denn der natürliche Gegensatz des Seins ist bekanntlich das Nichts. Insoweit mit Sein und Nichts und solcher Binarität absolut alles da ist, ergibt sich insgesamt ein allumfassender Daseinsmonopol, der folglich kein Gegenteil haben kann. Doch ohne ein Gegenteil ist auch kein "Gegen-Stand", weshalb das All in seinem Urgrund grundsätzlich "gegenstandslos" sowie damit in punktförmiger Dimensionslosigkeit besteht. Weil so das Universum gleichzeitig alles und nichts in einem ist, existiert es dort rein geistig in einem unbeschreiblichen Licht der Unendlichkeitsbedingungen.

Doch kann dies nur eine physikalische Kehrseite des Daseins sein, weil ja allumfassungsweise immer nur eine in Gegenständlichkeit raumzeitliche Welt umfassbar sein kann. Zugleich ergibt sich dabei, dass diese physikalischen Kehrseiten in einer wechselseitigen Bedingung stehen müssen, was nur von einer Kreisfunktion erfüllt wird. Wir kennen sie schon als Kreis des Seins oder auch Seinkreis, der - weil er sich zeitweltlich abspielt - zudem noch als Zeitweltkreis bezeichnet wird. 

Durch den mit Anfang und Ende eingegrenzten Seinkreis ist das Sein des Kreises auf den Ablauf  beschränkt. Hingegen gibt es mit der Ineinsfallung von Anfang und Ende des Kreises eine überzeitliche und unablaufbare Schnittstelle als das den Kreis verkörpernde Selbst. Durch dessen Sein findet der Kreis statt, den es damit ohne sein Selbst nicht gäbe. In die Hände des Selbst sind damit der Vollzug und die Vollzogenheit des Kreises gelegt. Sie sind auch zugleich personale Kehrseiten im Selbst, ohne die das Selbst nicht an sich selbst handeln könnte. Denn außer dem universalen Selbst gibt es ja streng genommen sonst nichts, so dass es auf seine innerpersonale Gegensatz-Dynamik: des Nichtselbst und Selbst, zwingend angewiesen ist.

Wer es fassen kann, der fasse es!

 
 

All     All-Licht      Allspiegelung       Allumfassung       Dasein       final-kausal      Fusion       Nichtsein

    Nichts      Nullpunktualität      Schnittstelle      Selbst      Selbstumkehrung      Urscheidung      Urknall

    Vereinheitlichung      Vollzug      Vollzogenheit      Zeitweltkreis      Zeitweltlauf

 Selbst (All-Ich)    >>>    ^

 

 

Selbst, das ist allgemein die Vergegenständlichung einer für sich selbst genommenen Ganzheit im Unterschied zu allen anderen "selbstständigen" Organismen, und somit das in Eigenständigkeit jeweilige Ich. Das allumfassende Universum erhält als Ganzes über seine es verkörpernde Selbstschnittstelle ein deswegen universales Ich oder auch All-Ich. Es wird repräsentiert von dem Menschen, welchem bei sich selbst eine geistseelisch vonstatten zu gehende Vereinheitlichung der Gegensätze zur Aufhebung des weltgrundlegenden Unterschieds gelingt.

Da wir es bei der Weltgrundlegung mit einer Urscheidung zu tun haben, die in einem Kreislauf mit Anfang und Ende erfolgt, ergibt sich mit der Selbstschnittstelle des Kreislaufs ein ihn verkörperndes Selbst. Aus ihm heraus startet per allabstoßender Selbstverwerfung der Kreislauf durch urknallende Urscheidung, um final wieder zur Nullpunktualität in das kausale Selbst zu münden. ( Denn es kann immer nur getrennt werden, was vereinheitlicht vorliegt, und es kann umgekehrt immer nur vereinheitlicht werden, was getrennt vorliegt.) Der Kreis muss somit ein kausales Selbst zu seiner treibenden Kraft haben, durch das er final besteht. Zugleich ist mit dem Beginn des Kreislaufs durch eben das ihn starten lassende Selbst, und der Ineinsfallung von Anfang und Ende des Laufs, das Selbst auf die final-kausale Schnittstelle stationär festgelegt. Denn wer als die überzeitliche Schnittstelle den Kreis vergegenständlicht, und durch Urscheidung verwirklichend in Gang hält, kann sich naturgemäß nicht in dieser Eigenschaft irgendwo innerhalb des zeitlichen Ablaufs bewegen.

Die Nullpunktualität der Schnittstelle macht aus Gott den in Zeit und Welt scheinbar nicht Anwesenden. Kommt es aber innerhalb der Zeitwelt über Jesus doch zu einer Selbst-Erscheinung, so zeigt sich damit eine funktionale "Selbst-Aufteilung" in überzeitlichen Vater und zeitlichen Sohn. Eben diese Funktion beschreibt der Evangelist Johannes in seinem Prolog: 

Joh 1,1 - 1,3

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden