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DAS   THOMASEVANGELIUM

SPRÜCHEKATEGORIE  2

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Wort zur Befähigung

Weil die geistseelische Aufnahme Jesu, bei sich zur Fusion mit ihm, eine rein psychische und keine intellektuelle Leistung ist, kann auch der Dümmste bzw. Kleinste dies vollbringen. Damit nicht genug, kann man sich ja auch in besonderer Klugheit entsprechend klein geben, wenn einem für die Jesus-Aufnahme die eigene Intellektualität im Wege steht. Ohnehin ist das Selbst als alles überwältigendes Reich vom Verstand her währenddessen nicht zu erfassen, sowie mithin eine reine Gefühls- oder Seelen-Angelegenheit, vergleichbar mit einer allenthobenen wonnigen Säuglingsbefindlichkeit. Von daher gilt es fähig zu werden, bei sich selbst die Vorbedingungen für eine weltloslassende Selbstentleerung zu schaffen. Tritt sie ein, dann eröffnet sich einem in der hierbei erforderlichen Hinwendung zum Herrn der Zugang zu Jesus. Er wartet ja nur darauf, einen solchen Korridor zu erhalten, um die Fusion stattfinden zu lassen. Denn er ist ja der zugleich auch für jeden Menschen hingegebene Selbst-Mittler des Vaters zum Vater.

 
 

 

 

008) Jesus: Der Mensch gleicht einem klugen Fischer, der sein Netz ins Meer warf und es voll kleiner Fische aus dem Meer zog. Unter ihnen fand der kluge Fischer einen großen guten Fisch. Da warf er alle kleinen Fische zurück ins Meer, und behielt ohne lange zu überlegen, nur den großen Fisch. Wer Ohren hat zu hören, der höre.  Befähigung

009) Jesus: Seht, der Sämann kam heraus, füllte seine Hand und warf aus. Einige Körner fielen auf den Weg. Es kamen die Vögel und pickten sie auf. Andere Körner fielen auf Felsen, weshalb sie keine Wurzeln hinab in die Erde und keine Ähren hinauf in die Höhe trieben. Noch andere fielen in die Dornen, wo sie im Keim erstickten, und von den Würmern gefressen wurden. Wieder andere fielen auf gutes Land, wo sie gute Frucht brachten sechzigfach und hundertundzwanzigfach.  Befähigung

Gemeinsamer Nenner:

Die Geschicklichkeit in der Handhabung mit den natürlichen und schicksalhaften Begebenheiten des Lebens im Hinblick auf die Selbst-Findung.

Alle Antennen und Fühler auszufahren, um sich der Selbst-Chance annähern zu können, ist die eine Sache. Eine andere ist aber die, bei zielerreichter Selbst-Gefundenheit danach so gut wie alles andere im Leben ohne weitere Wichtigkeit zu behandeln, und sich nur noch dem weiteren Ausbau seines Hauptgewinns zu widmen (008).

Allgemein muss man in seinem Leben sehr viel unternehmen, damit sich dann im Rahmen der Unternehmungen die notwendigen Möglichkeiten auftun können. Vieles wird dabei vergeblich sein, aber wo sich dann einmal da oder dort Chancen eröffnen, wird man auch etwas zum gewinnträchtigen Abschluss bringen können. Nicht viel anders verhält es sich bei der Suche um den Zugang zum verborgenen Selbst im eigenen Inneren (009, auch 002 - 3.Satz und 107).

 
 
 

 

013) Jesus zu seinen Jüngern: Vergleicht mich und sagt mir, wem ich gleiche! Da sagte Simon Petrus: Du bist wie ein gerechter Engel. Und Matthäus sagte zu ihm: Du bist ein Mensch, einsichtig wie ein Philosoph. Thomas aber erwiderte: Meister, mein Mund kann unmöglich sagen, wem du gleich bist! Da sprach Jesus: Ich bin nicht dein Meister; denn du hast getrunken und dich berauscht an der sprudelnden Quelle, die ich ausgemessen habe. Und er nahm ihn beiseite und sprach drei Worte zu ihm. Als Thomas dann zu seinen Gefährten zurückkam, fragten sie ihn: Was hat Jesus mit dir gesprochen? Thomas erwiderte ihnen: Wenn ich euch eins der Worte mitteile, die er mit mir gesprochen hat, dann würdet ihr mit Steinen nach mir werfen, und Feuer würde aus den Steinen sprühen und euch verbrennen. Befähigung

091) Sie sprachen zu Jesus, Sage uns nun, wer du bist, damit wir an dich glauben. Er antwortete: Ihr prüft die Äußerlichkeit des Himmels und der Erde. Aber denjenigen, der vor euch steht, erkennt ihr nicht, und diesen Augenblick wisst ihr nicht zu prüfen.  Anforderung und Befähigung

092) Jesus: Sucht, und ihr werdet finden. Aber damals fragtet ihr mich nach etwas und ich sagte es euch nicht. Jetzt, wo ich es euch sagen will, fragt ihr mich nicht danach.  Anforderung und Befähigung

099) Die Schüler sagten zu Jesus: Deine Brüder und deine Mutter stehen draußen. Darauf er: Diejenigen, die den Willen meines Vaters tun, sind meine Brüder und meine Mutter. Sie sind es, die in das Reich meines Vaters eingehen werden. Befähigung

Gemeinsamer Nenner:

Die in reiner Geistigkeit bestehende Deckungsgleichheit von Selbst und Universum ist deswegen äußerlich bzw. optisch am betreffenden Menschen nicht erkennbar. Sie kann - von ASW bzw. PSI abgesehen - nur anhand des von ihm geäußerten, exklusiven Wissen um Gott und die Welt vermutet werden, weshalb Jesus den Glauben an sich einforderte.

Aber selbst dann, wenn am verkörpernden Menschen kraft seines Gesagten und Getanen das Selbst erkennbar werden würde, wären damit die Wahrnehmenden wegen ihres Andersseins überfordert. Erforderlich wäre hier Wissen, Einfühlungsvermögen sowie neidlose Anerkennung, um richtig darauf zu reagieren. Jedoch sind dazu wieder charakterliche Tugenden unabdingbar, so dass klar wird, wie hoch die Hürde eigentlich ist (013, 091).

Die Verkörperung des Universums vom Selbst zeigt die wahren weil unvergänglichen Verhältnisse des Seins auf. Indem der Herr im All das All vergegenständlicht, ist er natürlich gewissermaßen Vater und Mutter allen Seins in einer Person. Dennoch anerkennt er umgekehrt all diejenigen zu seinen engsten Angehörigen, welche durch ihre Selbst-Findung Anteil an ihm erhalten haben. Denn die Universalität des Selbst macht alle an ihm Teilnehmenden zu einer einzigen Familie der Wahrheit und Wirklichkeit (099/ 1).

Wenn auf dem Weg zur Selbst-Findung immer alles so glatt verlaufen würde, wie man es sich wünscht, wäre das angesichts aller sonstigen alltäglichen und nicht verhinderbaren Widrigkeiten schon höchst merkwürdig. Darum wohl dem, welcher über das Glück und Geschick verfügt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu stehen, und dann noch das Richtige zu tun (099/ 2). Doch wer glück- und geschicklos immer strebend sich bemüht, muss früher oder später auch mal einen Treffer landen, der dann - wer weiß - der vielleicht alles entscheidende sein kann.

 
 
 

 

028) Jesus: Ich stand mitten in der Welt und erschien ihnen im Fleisch. Alle fand ich trunken, keinen durstig, und meine Seele leidet um die Menschenkinder. Denn blind sind sie in ihrem Herzen und sehen nicht, dass sie leer in die Welt gekommen sind und alles tun, um leer wieder aus der Welt zu gehen. Noch sind sie trunken. Erst wenn sie ihren Wein ausgeschieden haben, werden sie sich bekehren.  Anforderung und Befähigung

029) Jesus: Ist das Fleisch für den Geist da, dann ist es ein Wunder, und ist der Geist für den Leib da, dann ist er das Wunder eines Wunders. Ich aber wundere mich, wie sich ein solcher Reichtum in einem solchen Elend niedergelassen hat.  Befähigung

037) Jesu Jünger fragten: Wann wirst du uns erscheinen, und wann werden wir dich sehen? Jesus entgegnete: Wenn ihr eure Furcht vor der Blöße ablegt, und eure Kleider nehmt, sie unter eure Füße legt wie die kleinen Kinder, und sie zertretet, dann werdet ihr den Sohn des Lebendigen sehen, und ihr werdet euch nicht fürchten. Anforderung und Befähigung

Gemeinsamer Nenner:

Die weltliche Verblendung mit einer leidenschaftlichen Hingabe an die materiellen Verlockungen und Reize ist die alles beherrschend tödliche Norm. Sie verhindert die vordringliche Schaffung von lebendig Unvergänglichem.

An dieser Grundgegebenheit würde auch die körperliche Anwesenheit Jesu nichts ändern (028). Regelmäßig erforderlich ist bei einer solch allgemein vorherrschenden Zeitweltlage ein schockartiges Schlüsselerlebnis, das einen zur Besinnung zwingt, und so eine Umkehr oder Metanoia herbeizuführen vermag. Dann richtet sich der suchende Blick automatisch auf den wahren Wert, der das Gegenteil der bisherigen Bestrebungen markiert.

Die Binarität stellt allgemein eine wechselseitige Bedingung dar, wonach es das eine ohne seinen Gegensatz nicht geben kann. Weil das grundsätzlich so ist, gilt dies auch für die Polarität von Geistigkeit und Fleischlichkeit, bzw. Ungegenständlichkeit und Gegenständlichkeit (029). Das Verwunderliche dabei ist für Jesus, dass sich die Pole trotz Gegensätzlichkeit in einer Abhängigkeit zueinander befinden. Indem aber das Dasein grundsätzlich auf der wechselseitigen Bedingung seiner beiden bestandsbildenden Gegenteile basiert, ist es andererseits auch wieder nicht verwunderlich.

Dadurch, dass der äußerliche gewöhnliche Anschein Jesu ungewöhnliche Innerlichkeit: als universales Selbst des Daseins, vollständig überdeckt, ist für den wahren Glauben an Jesus Christus - als dem vom väterlichen Selbst gesandten söhnlichen Selbst - eine sinnliche Offenbarwerdung des Verdeckten unumgänglich (037). Doch ist dies nicht allein von Jesus abhängig, sondern ebenso von einem jeden Betrachter selbst. Denn jeder hat sich stets strebend zu bemühen, und dabei alle Vorbehalte und Dünkel kompromisslos über Bord zu werfen. Dann erst ist das Klima geschaffen, in dem ansonsten Unmögliches möglich und sichtbar werden werden kann.

 
 
 

 

049) Jesus sprach: Selig seid ihr Einsamen, die ihr auserwählt seid das Reich zu finden. Denn aus ihm seid ihr gekommen, und erneut geht ihr dahin zurück.  Befähigung

075) Jesus: Viele stehen vor der Tür, doch nur die Einsamen sind es, die ins Brautgemach eintreten werden. Befähigung

107) Jesus: Mit dem Reich ist es wie bei einem Hirten, der hundert Schafe hütete. Das größte verirrte sich. Da ließ er die neunundneunzig allein, und suchte das eine, bis er es fand. Und nach all seinen Mühen sagte er zu dem Schaf: Dich liebe ich mehr als die neunundneunzig.  Befähigung

Gemeinsamer Nenner:

Die Selbst- und Welt-Findung ist ein bewusstseinsverändernder Hauptgewinn. Dies hat gewöhnlich beim Selbst-Gefundenen eine gehörige Einbuße an seiner Alltagstauglichkeit zur Folge. Und das wiederum kann mit einem Rückzug aus den weltlichen Belangen verbunden sein, und zu einer gesellschaftlichen Ausgrenzung führen.

Die Kehrseitigkeit des Daseins zu Zeit- und Ewigkeitswelt lässt alle sich zum Selbst hin Verwirklichenden in der Ewigkeitswelt ihr originales Ur- oder Abbild haben. Deswegen gibt es in der Zeit die immer nur unter innerem und äußerem Druck sich zusammenfügende Selbst-Findung bei einer vorangegangenen - und leider einsam machenden - Aktiviertheit des originalen Urbildes (049)

Das Brautgemach ist in der Tat ein reales Symbol für die vereinheitlichende Selbstschnittstelle der Zeitwelt mit der Ineinsfallung von deren Anfang und Ende zur einer Art Überzeitlichkeit. Sich finden, und die verbindende Ehe zum ganzheitlich kosmischen Menschen einzugehen, betrifft gewöhnlich zwei einsame und seit Anbeginn für einander bestimmte Herzen (075).

Bei allen persönlichen Unternehmungen ist es zumeist die mühevollste und gewinnbringendste Aktion, mit der man sich dadurch am stärksten verbunden fühlt. Ein absoluter Volltreffer wie die Selbst-Gefundenheit verdrängt und entwertet demnach alles andere vorher und nachher Gewesene bis zum je individuellen Zeitende (107). Sie wird nur noch von der final-kausal überzeitlichen Selbst-Gewordenheit übertroffen.

 
 
 

 

023) Jesus: Ich suche euch aus, einen unter tausend und zwei unter zehntausend, und sie stehen da wie nur einer.  Befähigung

033) Jesus: Was du mit eigenen Ohren hörst, das gib allen bekannt auf euren Dächern! Denn niemand zündet eine Lampe an und stellt sie dann unter den Scheffel oder an einen verborgenen Ort. Sondern man steckt sie auf einen Leuchter, damit alle, die kommen und die gehen, ihr Licht sehen!  Befähigung

050) Jesus: Fragt man euch, woher ihr kommt, dann antwortet: Wir kommen aus dem Licht, wo es aus sich heraus entstanden ist; es machte sich auf, und erschien in vielen Bildern. Fragt man euch, wer ihr seid, dann antwortet: Wir sind seine Kinder und auserwählt vom lebendigen Vater. Fragt man nach dem Zeichen eures Vaters an euch, dann antwortet: Bewegung ist es und Unbeweglichkeit.  Befähigung

062) Jesus: Ich teile meine Geheimnisse mit denen, denen ich sie mitteile. Was deine Rechte tut, soll deine Linke nicht erkennen können.  Befähigung

Gemeinsamer Nenner:

Es gibt weder einen rechtlichen noch einen natürlichen Anspruch auf die Selbst-Findung. Das Dasein organisiert sich selbst über sein Urscheidungswort aus. Und zwar in einer undurchschaubaren chaotischen Verwobenheit, ausgehend vom Urknall und streng nach dem Kausalgesetz.

Indem die Selbstorganisation der Urscheidung vom sinngebenden Wort Gottes her gesteuert wird, erfolgt über die Fusion mit Jesus eine Teilhabe am universalen Selbst. Damit weiß dann der Fusionierte, dass er war bevor er wurde, und sein Selbst-Empfang von dort vorherbestimmt war. Doch bei der Übermächtigkeit der weltlichen Verlockungen müssen die Selbst-Verwirklichungsfälle auf ein paar wenige beschränkt bleiben (023). Da keiner vor der Zeit weiß, ob er nicht zu eben jenen wenigen vom Herrn Berufenen gehört, sind in der Zeit alle zu rufen das Geheimnis Gottes bei sich selbst zu suchen, zu finden und zu lüften (062). Gewissermaßen zum Naturgesetz findet man es nur in sich selbst über das Selbst.

Hat dann ein Selbst-Finder die durch die Allspiegelung erleuchtende Selbst-Erkennung erlebt, so geht damit die Verpflichtung einher, für den Rest seines zweitweltlichen Lebens nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten im Dienste des Selbst Öffentlichkeitsarbeit zu vollbringen (033) Im Rahmen dieser Tätigkeit wird die Zeitwelt sie vielleicht hinterfragen wollen, weshalb auf Legitimationsfragen zündende Antworten zu geben wären (050).

 
 
 

 

048) Jesus: Wenn zwei im selben Haus miteinander Frieden machen, dann befehlen sie dem Berg, anderswo hinzugehen, und er geht woanders hin.  Anforderung und Befähigung

106) Jesus: Wenn ihr aus zweien eins macht, dann werdet ihr Söhne des Menschen. Und wenn ihr dann dem Berg befehlt, sich wegzuheben, so wird er verschwinden.  Anforderung und Befähigung

Gemeinsamer Nenner:

Es ist die geistseelische Verbindung von Mann und Frau, welche den ganzheitlich kosmischen Menschen zeitigt. Zugleich miterzeugt ist im neuen Menschen der innerpersonale Reflexionsraum, der unter Ausschluss jeglichen Selbstzweifels zur Allmacht befähigt. Und Allmächtigkeit, das wissen wir, besitzt einzig und allein der Herr, der ja im allgemeinen Sprachgebrauch auch als der Allmächtige bezeichnet wird.

Mit dem "Hausfrieden" wird auf den durch Partnerfusion neu entstandenen kosmischen  Menschen abgehoben (048). Deutlicher formuliert wird mit der Einsmachung die zweischneidige Vereinheitlichung umschrieben, mit der Aufhebung aller Gegensätze zu einer die Existenz des Alls bedrohenden Schwebe zwischen Nichts und Sein als zu überwindender Berg (106). Hier geht es darum, die Ur-Polarität wieder herzustellen, weil ja auf dem Unterschied an sich, alles Sein beruht. Ohne einen Unterschied ist alles sozusagen gleichförmiger Brei  zu einem realen Nichts. Bei einer universalen Vereinheitlichung im Selbst ist sie demzufolge das Bergmassiv, womit sich das Selbst zum Nichts verwerfen muss. Der mit Arm- und Handausstreckung tatkräftige Befehl an den Berg: zu weichen, bringt die urknallende Urscheidung als das hier bereits bekannte Schöpfungsgericht, aus dem alles was ist hervorgeht (= 061/ Satz 1 + 2).

 
 
 

 

061) Jesus: Zwei ruhen auf einem Bett. Einer wird sterben, der andere leben. Da fragte Salome: Woher hast du das? Was bist du für ein Mensch! Du hast auf meinem Bett gelegen und von meinem Tisch gegessen. Ihr antwortete Jesus: Mein Leben stammt aus dem Licht; was meinem Vater gehört, davon ist mir gegeben. Da sagte Salome: Ich bin deine Schülerin. Darum sage ich: Wer leer ist, den erfüllt Licht. Ist einer aber in sich gespalten, dann füllt ihn Dunkelheit.  Ziel und Befähigung

067) Jesus: Wenn einer das All erkennt, aber sich selbst nicht, so verfehlt er alles.  Anforderung und Befähigung

Gemeinsamer Nenner:

Die zeitweltliche Selbst- und Welt-Findung ist Lichtfüllung, was in die Selbsterkennung  mündet. Die richtige Selbsterkennung lautet: Ich bin auserwählt (und damit wichtiger Teil des Alls)! Die verfehlende All-Erkennung wäre: Das Universum ist unendlich groß (und ich bin darin verloren)!

Es wird hier die erste Selbst-Station auf dem Weg zum Herrn angedeutet. Konkret handelt es sich also um die Fusion mit Jesus, zu einer Teilhabe an dessen mystischen Leib, der ja das Universum selbst ist. Vorausgesetzt wird die Leere, die man zunächst bei sich herzustellen hat, um sich erst dann mit Licht füllen zu können. Mit der Leere wird eine geistseelische Entleerung der Person gemeint, was über einen psychodramatischen, die ganze Person erschütternden Akt zu leisten ist. Bewusst herbeizwingen lässt sich das allerdings nicht. Es formiert sich durch vorangegangene Hinwendung zum universalen Selbst, und wird von ihm her bewirkt. Gespalten und von Dunkelheit erfüllt ist die komplette als vergänglicher Satan bestehende Zeitwelt. Genau darum ist die Lichtfüllung mit dem Selbst überlebensnotwendige Medizin (061).

Ohne das Selbst kann man zwar wie die Astro-Physiker das All nach materiellen Gesichtspunkten ergründen, ohne aber dabei sich selbst zu erkennen. Mit solchem Wissen allein ist und bleibt man ein Todgeweihter, ohne jemals etwas über die Weltgrundlage erfahren zu haben (067).

 
 
 

 

064) Jesus: Ein Mann hatte Gäste, und als das Abendessen zubereitet war, schickte er seinen Diener, um die Gäste zu holen. Der Diener ging zum ersten und sagte: Mein Herr hat dich eingeladen. Der erwiderte: Ich habe Geld bei Kaufleuten. Heute am Abend kommen sie zu mir, und ich will ihnen Aufträge geben. Ich bitte, mich beim Essen zu entschuldigen. Er ging zu einem anderen und sagte: Mein Herr hat dich für heute eingeladen. Der erwiderte: Ich habe ein Haus gekauft. Da werde ich heute gebraucht. Leider habe ich keine Zeit. Er ging zu einem anderen und sagte: Mein Herr hat dich eingeladen. Der erwiderte: Mein Freund heiratet, und ich richte das Hochzeitsmahl aus. Ich kann nicht kommen und bitte, mich zu entschuldigen. Er ging zu einem anderen und sagte: Mein Herr hat dich eingeladen. Der erwiderte: Ich habe ein Dorf gekauft und will die Pacht abholen. Ich kann nicht kommen und bitte, mich zu entschuldigen. Der Diener kam zurück und berichtete seinem Herrn: Die Gäste, die du zum Essen eingeladen hast, lassen sich entschuldigen. Der Herr aber sprach zu seinem Diener: Geh hinaus auf die Straßen! Hol herein zum Abendessen, die du triffst! Für die Käufer und die Verkäufer sind keine Plätze frei im Haus meines Vaters.  Befähigung

065) Jesus: Ein gütiger Mann besaß einen Weinberg. Den gab er Arbeitern, um im Weinberg zu arbeiten und die Ernte einzubringen. Er schickte einen Knecht, um den Ertrag des Weinbergs abzuholen. Sie aber packten den Knecht und schlugen ihn beinahe tot. Der Knecht lief davon und berichtete seinem Herrn. Da dachte der Herr: Vielleicht haben sie ihn nicht gekannt. Er schickte einen anderen Knecht, und die Arbeiter schlugen auch ihn. So sandte er seinen Sohn und dachte: Meinen Sohn werden sie wohl respektieren. Als die Arbeiter aber den Erben des Weinbergs erkannten, da packten sie ihn und schlugen ihn tot. Wer Ohren hat, der höre.  Befähigung

066) Jesus: Zeigt mir den Stein, den die Bauleute verworfen haben. Er ist der Eckstein.  Befähigung

105) Jesus: Wer den Vater und die Mutter kennt, den nennt die Welt "Sohn einer Hure".  Befähigung

Gemeinsamer Nenner:

Die Selbst-Suche kann als sehr lästig und weltfremd empfunden werden. Zudem hat die Zeitwelt - in sich heillos verstrickt - generell für ihr Selbst nur Verachtung übrig, womit sich für sie eine entsprechende Suche erübrigt. Doch kann auch schon mal einem Nichtbefassten die Selbst-Findung als unverhofftes Geschenk zufallen.

Das Weltgetriebe mit allen seinen geschäftlichen und gesellschaftlichen Verpflichtungen bringt für die angepeilte Selbst-Findung immer wieder neue Vertagungen, bis man schließlich entnervt die Suche aufgibt, und bei weiterer Erinnerung an sie sehr ärgerlich wird. Daher gibt es den Selbst-Findungsweg nicht im Wege einer bewussten Planung, sondern ausschließlich nur in unvorhergesehener Fügung, die auch bei irgend jemanden eintreffen kann, der es bei sich selbst nicht erwartet hätte (Jes 45,5 ). Doch hatte er bei einer mehr unbewussten als bewussten Bestrebung die erforderliche Eignung mitgebracht, weshalb sich - verdeckt und verborgen - bei ihm die Dinge zielgerichtet organisieren konnten (064).

Es besteht eine zeitweltliche Verachtung für das Selbst, die in blanken Hass und Vernichtungswillen umschlagen kann, weil die Zeitwelt in ihrer Eigenschaft als nichtiges Nichtselbst systemisch nicht in der Lage ist, ein zu ihr polares und sie in Ewigkeit überlebendes Selbst anzuerkennen (065).

Das zeitliche Dasein mit seiner Wahrheit einer unablässig erlebbaren Wirklichkeit von Krankheit, Not und Tod empfindet jegliche Verkündung einer zu ihr polaren Wirklichkeit sowohl als Beleidigung des Verstandes, wie auch als kranke Zumutung. Dann ist es ganz natürlich, den Verkünder von nicht nachvollziehbar fantastischen Thesen von Grund auf abzulehnen (066). Das kann dann soweit gehen, dass das in der Zeit systembedingt nicht anders als verdeckt auftreten könnende universale Selbst in Verkennung seiner Tatsächlichkeit für asozial erklärt wird (105).

 
 
 

 

103) Jesus: Selig der Mensch, der weiß, wann in seinem Haus nachts die Diebe einbrechen werden! So kann er aufstehen, seine Diener sammeln und sich rüsten, ehe sie kommen.  Bewahrung und Befähigung

Thema:

Im Zentrum der überzeitlichen Selbstschnittstelle erfolgt die Selbstverwerfung durch urknallende Urscheidung zu der Binarität des Nichts und Seins. Ohne diese den Weltgrund wieder herstellende Urscheidung gäbe es keinen Unterschied an sich. Diese Urscheidung ist der erste physikalische Systembruch überhaupt, samt allen weiteren aus ihr hervorgehenden Systembrechungen zum Unterschied von allem was im All ist.

Jesus bezieht sich hier wieder auf die überzeitliche Selbstschnittstelle des Daseins. Die symbolhafte Genesis gibt sie als Garten Eden mit dem zentralen Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen aus. Hier steht das Böse für das Nichts, und das Gute für das Sein. Die durch die Versuchung angebahnte Polarisierung macht absoluten Sinn. für die hierbei erfolgen müssende Weltgrundlegung. Denn konkret muss es ja in dieser Selbstschnittstelle zu einer Selbstpolarisierung kommen, weil nur damit ein echtes und wahrnehmbares Motiv für die Urscheidung gegeben ist. Der von der Vereinheitlichung ausgehenden Bedrohung in ihr selbstblind zum Nichts zu versinken, kann nur durch eine ebenfalls bedrohliche aber wachrüttelnde Selbstattacke entgegengewirkt werden. Denn ihre Wahrnehmung liefert im Unterschied zur beseligenden Vereinheitlichung das Motiv und den Antrieb zu einer sofortigen Abwehr des Nichtselbst. Und so ist es in der Selbstschnittstelle der menschliche Handlungsrahmen von Angriff und Verteidigung der systemisch wieder aus dem zentralen Null- und Totpunkt des Universums herausführt.

 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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